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beim DBB

Ein Meister mit Charakter

Auch im letzten Saisonspiel gewannen die VfL-Oberliga-Basketballer. Bei der BG Tamm-Bietigheim gab es ein 96:92. Es war der Abschluss von zwei extrem erfolgreichen Jahren.

Der scheidende Coach Bekim Kukiqi machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Nach der Halbzeit war für uns die Saison vorbei!“ Da führte der VfL nach einem sagenhaften Offensiv-Gewitter 60:39 und schaltete um auf den Urlaubs- beziehungswiese Abschieds-Modus. Das wäre fast in die Hose gegangen, denn vier Minuten vor Schluss hatte der Mitaufsteiger auf 82:80 aufgeschlossen. Zwei Dreier von Desmond Strickland und Tim Auerbach zum 88:80 schienen das Problem zu lösen, doch 90 Sekunden vor dem Ende waren es wieder nur zwei Punkte – 92:90. Doch Jorey Scott erledigte die Angelegenheit mit einem Dreipunktspiel zum 95:90, das war zu viel für die Gastgeber. Die immerhin für sich in Anspruch nehmen können, von allen Teams am besten gegen den Meister ausgesehen zu haben – nach dem 85:87 im September war auch dieses 92:96 ein stolzes Ergebnis für den Sechsten der Abschluss-Tabelle.

Erster mit 19:1-Siegen und Aufsteiger in die 2. Regionalliga aber ist der VfL Kirchheim, der sich – jetzt kann man es ja zugeben – vor zwei Jahren genau dieses Ziel gesetzt hat.

Architekt dieses sagenhaften Laufs war unzweifelhaft Bekim Kukiqi, der das Team von Pasko Tomic übernahm, nachdem es mit gerade einmal zwei Siegen aus der Oberliga abgestiegen war. Der Albaner stellte zweimal eine Mannschaft zusammen, die die Liga absolut dominierte: 16 Siege bei 16 Spielen in der Landesliga, 19 aus 20 in der Oberliga. Wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem Partner Knights, dem man mit dem Regionalliga-Aufstieg so nahe gekommen ist, dass die erwünschte Kooperation nun endlich praktiziert werden kann, steht Kukiqi für die Umsetzung nun nicht mehr zur Verfügung.

Sein Verdienst bleibt, den VfL-Basketball auf den Weg gebracht zu haben – und, vor allem in der zurück liegenden Saison, aus den Stars ein Team zu machen, das 20 Spiele lang zusammenhielt und vom ersten bis zum letzten Auftritt Charakter bewies.

Alle drei „Kirchheimer“ Amerikaner zum Beispiel absolvierten sämtliche 20 Spiele! Und Nachrücker Jorey Scott, der nach dem dritten Spieltag vom Bezirksligisten TG Nürtingen kam, fehlte danach ebenfalls nie! Auch wenn sich die bei diesen Spielen gezeigten Leistungen nicht unbedingt in der Scorerliste der Liga widerspiegeln: Mit fast allen Spielern kann man am Ende zufrieden sein. Abstriche muss man lediglich bei Arber Shabani machen, der ein Seuchenjahr hinter sich hat. Viele Verletzungen, Krankheiten und berufliche Verpflichtungen hinderten ihn an regelmäßigem Training, der Topscorer der Oberliga 2014/15 (614 Punkte in 22 Spielen) kam nur auf 211 Zähler in 17 Partien, was ihn selbst am wenigsten zufrieden stellt. Die Verantwortlichen bauen aber weiter auf ihn, sehen die Probleme der Saison 15/16 als lösbar an und rechnen fest mit dem Combo-Guard für die Regionalliga.

Die wertvollsten Spieler auf dem Feld waren so Desmond Strickland und Nate Gibbs, beide führen mit 17 Punkten im Schnitt auch die interne Scorerliste an. Strickland zeichnet dazu eine sagenhafte Freiwurfquote von 92,1 Prozent aus, womit er in der Liga natürlich Platz eins belegt. Devontee Lawson war dagegen für das Spektakuläre zuständig – seine Highlight-Shows auf Facebook sind der Renner!

Als wertvollsten Spieler insgesamt muss aber natürlich Kapitän Shkelzen Bekteshi gelten. Er ist so etwas wie die Seele des Kirchheimer Aufstiegs. Am Sonntag in Tamm fehlte er, grippegeschwächt, zum ersten Mal, fast wäre es schief gegangen. Weniger wichtig als seine 12 Punkte pro Spiel sind dabei seine Präsenz auf dem Feld, seine Führungsfähigkeiten und seine unglaubliche Abwehr-Qualität.

Die zeigte auch Akant Sengül, der immerhin knapp neun Punkte pro Spiel machte und darunter litt, dass keine Statistik über die Rebounds geführt wurde. Ein solides Jahr, trotz seiner erst 17 Jahre, spielte Tim Auerbach. 29 Dreier in 19 Spielen zeigen seine Stärke, und von ihm kann man die größte Steigerung erwarten.

Womit wir bei der Zukunft sind: Der Kern des Teams soll natürlich gehalten werden, wobei Bekteshi, Shabani, Sengül, Auerbach und Strickland bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft bekundet haben. Verabschieden muss man leider die Amerikaner Gibbs, Scott und Lawson, da in der Regionalliga nur noch ein „Nicht-EU-Ausländer“ erlaubt ist.

Jetzt müssen der VfL und die Knights zusammen nur noch einen Trainer finden. Die ersten Bewerbungen liegen bereits vor…ut

VfL: Auerbach (12/4), Gibbs (16/2), Lawson (20/2), Scott (9), A.Sengül (9), E.Sengül, Strickland (24/4), Wanzke (6/2).

Saison-Statistik Oberliga 2015/16

Spieler

Punkte

Spiele

Pkt./Sp.

FW-%

Dreier

Dr./Sp.

Strickland

341

20

17

92,1

53

2,7

Gibbs

339

20

17

74,1

21

1

Bekteshi

228

19

12

57,1

28

1,5

Shabani

211

17

12,4

83,7

33

1,9

Lawson

203

20

10,1

63,6

23

1,1

A.Sengül

173

20

8,6

73,8

 

 

Scott

154

17

9,1

58

 

 

Auerbach

110

19

5,8

64,7

29

1,5

Pascucci

40

17

2,4

75

5

0,3

E.Sengül

19

15

1,3

 

5

0,3

Wanzke

18

18

1

50

2

0,1

Morrow

8

7

1,1

50

 

 

Kraft

5

16

0,3

33,3

1

0,1


Abschiedsstimmung in Tamm

Den gleichen Gegner wie zum Saisonauftakt bekommt Oberliga-Meister VfL Kirchheim auch zum Abschluss. Bei der BG Tamm/Bietigheim schließt sich der Kreis für die Basketballer am Sonntag (Spielbeginn 17.00 Uhr).

Es war der erste Spieltag und der Beginn einer sensationellen Reise zu Meisterschaft und Regionalliga-Aufstieg. Sensationell war auch der Paukenschlag zum Schluss dieses Duells der beiden Landesliga-Aufsteiger am 26. September: Desmond Strickland traf einen unmöglichen Dreier aus gut neun Metern und verhinderte so den Fehlstart. Der VfL gewann 87:85, der Rest ist Geschichte.

Zum sportlich bedeutungslosen Saisonfinale treffen sich nun, 21 Spieltage und knapp sieben Monate später, die Kontrahenten wieder. Die BG hat mit zehn Siegen und neun Niederlagen eine sehr ordentliche Saison gespielt, der VfL (18:1) eine überragende. Gleichzeitig  heißt es Abschied nehmen: Von der Oberliga, von Trainer Bekim Kukiqi nach zwei extrem erfolgreichen Jahren, aber auch von dreien der vier Amerikaner – in der 2. Regionalliga darf man nur noch mit einem Nicht-EU-Ausländer antreten. Die endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen – die muss natürlich auch mit dem neuen Coach, der bald gefunden werden soll, abgestimmt werden –, die Verantwortlichen tendieren allerdings zu Desmond Strickland, der in Kirchheim nach zwei Jahren so etwas wie ein zweites Zuhause gefunden hat.

Nicht verabschieden wird sich Arber Shabani, der gern bleiben will. In Tamm kann er allerdings erneut nicht spielen, da der Arzt bei ihm am Freitagnachmittag einen Muskelfaserriss in der Schulter diagnostizierte. 

In der Oberliga blickt allerdings kaum jemand auf dieses Spiel, sondern fast alle nach Söflingen: In einer Art Finale kämpfen die Heimmannschaft (14:5) und die TSG Reutlingen (15:4) um Platz zwei und damit die Relegationsteilnahme. Die TSG Söflingen geht allerdings mit minus 19 Punkten in dieses Duell. Am ersten Spieltag gewann der aktuelle Tabellenzweite 78:59, bei einem Heimsieg wären beide Klubs punktgleich und der direkte Vergleich müsste entscheiden.

Spannung gibt es auch im Tabellenkeller. Die Absteiger TSV Eriskirch (1:18) und SV Holzgerlingen (Rückzug vor Saisonbeginn) stehen fest, jetzt geht es um Relegationsplatz zehn. Denn nachdem die TS Göppingen als Landesligazweiter des Bezirks IV am Freitag auf die Aufstiegschance verzichtet hat, ist der Neunte gerettet und nur der Zehnte muss in die Extraschicht - gegen den Zweiten der Landesliga der Bezirks III, den TV Nellingen. Dagegen wehren sich noch die BG Illertal (4:15) und der aktuelle Zehnte TV Rottenburg (4:15). Gewinnt Rottenburg gegen Konstanz und verliert Illertal in Eriskirch, kann sich der TVR noch retten, alle anderen Konstellationen schicken Rottenburg in die Relegation. Der Achte, die BG Remseck 2 (5:14) hat zwar auch nur einen Sieg mehr, steht aber in jedem denkbaren direkten Vergleich vorne. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Strickland, Wanzke.


Spektakel vor der Meisterfeier

Mit elf Dreiern und einigen Dunks verwöhnten die VfL-Basketballer die gut 100 Fans beim letzten Heimspiel in der Oberliga. Und natürlich mit dem 91:63-Sieg gegen den SV 03 Tübingen 2.

Überschattet wurde die Veranstaltung natürlich von dem Anfang der Woche bekannt gewordenen Abschied von Erfolgstrainer Bekim Kukiqi, der sichtbar auf die Stimmung drückte. Das Team ließ sich zumindest auf dem Feld davon aber so gut wie nichts anmerken. Natürlich gab es in den letzten 40 Heimminuten auch einige Durchhänger-Phasen, doch insgesamt war das weit mehr als ein schnöde abgewickelter Pflicht-Termin. Die Spielfreude war allen Kirchheimern deutlich anzumerken, und viel klappte auch.

Die Eigengewächse Akant Sengül und Tim Auerbach (per Dreier) sorgten für das schnelle 7:0, die Amerikaner Desmond Strickland (vier Dreier) und Devontee Lawson mit einigen spektakulären Alley-Oops für viele Highlights im weiteren Verlauf. Aber auch die extrem jungen Tübinger um die Ex-Kirchheimer Yannick Abele und Marco Bjelosevic zeigten nach dem aus ihrer Sicht völlig mißratenen Start – 22:4 führte der VfL nach sieben Minuten –, dass sie in die Oberliga gehören. So zum Beispiel der gerade erst 15 Jahre alt gewordene Matti Sorgius – Tübingen braucht sich um seine Zukunft sicher keine Sorgen machen.

Doch Kirchheim gehört in die Regionalliga, und dieser Klassenunterschied war natürlich allermeistens gut zu erkennen. Kukiqi wechselte in seinem letzten Heimspiel von Anfang an munter durch, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Playmaker Arber Shabani (verstauchte rechte Hand) betraute er zum Beispiel dessen Böblinger Kollegen Raffa Pascucci gleich zu Beginn mit der Spielorganisation – mit Erfolg.

Trotz der vielen Wechsel blieb der VfL drei Viertel lang auf Kurs 100 (75:41), doch eine Punkteflaute in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts, als lediglich vier Zähler gelangen, verhinderten das dreistellige Ergebnis. Was allerdings kaum jemand wirklich betrübte.

Ebenfalls nicht wirklich traurig war Leo Lawson, der Vater von Flugwunder DeVontee. Ausgerechnet er, mit Familie zu Besuch in Kirchheim, wurde in der Halbzeitpause von Losfee Sabrina Maibauer für den „500-Euro-Schuss“ aus den 28 Bewerbern herausgepickt. Sein Wurf von der Mittellinie war nicht schlecht, aber klar vorbei, sein anschließender Trost-Dreier ging dagegen nur hauchdünn daneben. Sohn Devontee wurde dann von Moderator Uli Tangl aufgefordert, für seinen Vater zu treffen, doch auch er konnte sich die spontan ausgelobten 50 Euro nicht verdienen.

So warten die VfL-Basketballer weiterhin (seit den 80er Jahren!) auf den ersten Glückspilz, der sie in die Verlegenheit bringt, die 500 Euro tatsächlich zu spendieren.

Nach dem Spiel wurde in der Halle noch lange gefeiert, das Freibier wurde fast komplett vernichtet. Nur Bekim Kukiqi blieb nicht allzu lange – was natürlich jeder verstand. ut

VfL: Auerbach 6/2), Bekteshi (7/1), Gibbs (12/2), Kraft, Lawson (14), Pascucci (7/1), Scott (3), A.Sengül (17), E.Sengül (5/1), Strickland (18/4), Wanzke (2).

SV 03: Abele (7), Bjelosevic (7), Borras Crusado (6), Bristina (14/2), Franic (1), Konrad (2), Sorgius (6), Thieme (20/2).


Es ist angerichtet für die Meisterfeier

Sportlich gibt es nichts mehr zu gewinnen und zu verlieren, wenn der SV 03 Tübingen am Samstag (19.30 Uhr) zum letzten Oberliga-Heimspiel der VfL-Basketballer in die Sporthalle Stadtmitte kommt. Doch die Kirchheimer wollen ihre Meisterfeier würdig gestalten.

Das Warten hat ein Ende! Seit fast vier Wochen steht der VfL Kirchheim als Meister der Oberliga Württemberg und Aufsteiger in die 2. Regionalliga Südwest fest. Nach der Reutlinger 62:83-Niederlage gegen Böblingen am 12. März und dem 104:51 des VfL am Tag darauf in Eriskirch war klar: Mission accomplished, Mission erfüllt! Jetzt, beim letzten Heimspiel der Saison, kann endlich gefeiert werden.

Wie schon vor einem Jahr bei der Meisterfeier für Landesliga-Titel und Oberliga-Aufstieg hat Geschäftsführer Uli Tangl wieder das Freibier bereitgestellt, dazu gibt es in der Halbzeitpause den seit den 80er Jahren legendären „500-Euro-Schuss“ (damals natürlich noch „1000-Mark-Schuss“): Ein Zuschauer hat in der Halbzeitpause die Chance, mit einem Wurf von der Mittellinie den dicken Scheck zu kassieren.

Tatsächlich hat, zumindest im Zusammenhang mit der Amateursparte, noch niemand den Club in die Verlegenheit gebracht, die Summe tatsächlich zu investieren. Aber wer weiß? Der Kandidat wird diesmal erst beim Spiel am Samstag selbst ausgelost. Die Oberligaspieler selbst allerdings dürfen nicht teilnehmen – ein Desmond Strickland trifft gut jeden Dritten von der Mittellinie, das hat er den Kids beim Ostercamp zu deren Bewunderung gezeigt…

Damit zum Spiel: Nach Bekanntwerden des Rückzugs von  Erfolgscoach Bekim Kukiqi ist es für das Team womöglich noch schwerer geworden, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Trotzdem sollte die Qualität des Kaders locker ausreichen, die jungen Tübinger an diesem Abend zu bezwingen. Nach dem sehr guten Saisonstart mit 6:3-Siegen hat die Truppe um die Ex-Kirchheimer Yannick Abele und Marco Bjelosevic von neun Spielen acht verloren, nur gegen den Tabelleletzten TSV Eriskirch gab es einen Sieg.

Was vor allem daran lag, dass Coach Manuel Pasios praktisch nicht mehr auf seine NBBL-Spieler zurückgreifen konnte, die im neuen Jahr praktisch immer in der nachwuchs-Bundesliga beschäftigt waren. Pasios, der auch die NBBL-Truppe betreut, wird wohl auch am Samstag wenige seiner Topleute bringen wollen – schließlich steht am Sonntag das zweite Play-off-Spiel der ersten Runde, zu Hause gegen Ibam München, auf dem Spielplan. Das Erste hat Tübingen 57:71 verloren.

Die Basketball-Fans in Kirchheim können sich also, mitten zwischen den Play-off-Spielen der Knights am Freitag und Dienstag, voraussichtlich auf den 18. Saisonsieg freuen, auf den 500-Euro-Schuss und das Freibier nach Spielende – und das alles völlig kostenlos… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Die Revanche ist geglückt

Auch diesen klitzekleinen dunklen Punkt der Oberliga-Saison haben die VfL-Basketballer aufgehellt. Gegen den TV Konstanz gelang die Revanche, nach dem 89:77 ist nun alles bereit für die Meisterfeier am kommenden Samstag.

Natürlich gestaltet sich der Beginn etwas mühsam. Nach drei Wochen Spielpause wirkte der VfL reichlich rostig, die Bewegungsabläufe etwas hölzern, das Zusammenspiel unrund. Mehrere einfache Korbleger gingen daneben, Konstanz gelang eine 6:0-Führung, bevor nach drei Minuten der erste Dreier von Nate Gibbs durch die Reuse rauschte. Der VfL war jetzt im Spiel angekommen, jetzt ging es erst einmal hin und her. Beim 10:13 (5.) legte die Truppe von Coach Bekim Kukiqi noch einmal einen Zahn zu, ein 9:2-Lauf zum 19:15 in nur zwei Spielminuten brachte erstmals Stimmung in die Sporthalle Stadtmitte. Mit 25:24 ging es in die erste Viertelpause.

Besonders Desmond Strickland zeigte nun reichlich Spiellaune, elf der weiteren 25 Punkte bis zum Pausenstand von 50:41 stammten vom Kirchheimer Amerikaner. Die Ansage von Kukiqi, jetzt den Fokus auf die Verteidigung zu legen, konnte zwar noch nicht so richtig umgesetzt werden, doch das hoben sich die Spieler offensichtlich für das dritte Viertel auf. Dort gestattete man den Gästen vom See, bisher bekanntlich der einzige Kirchheimer Besieger der vergangenen zwei Jahre war, nur magere 13 Pünktchen. Selbst erzielte man 20, das Spiel war beim 70:54 zehn Minuten vor dem Ende so gut wie entschieden. Kukiqi wechselte dann wie gewohnt noch munter durch, was das Ergebnis aus Konstanter Sicht etwas verschönerte, am 17. Saisonsiege änderte das aber nichts mehr.

Das Fazit des Coaches: "Das war natürlich kein schönes Spiel, aber gewonnen ist gewonnen. Die Schiedsrichter haben auch etwas kleinlich gepfiffen, das hat den Spielfluss nicht gerade befördert."

Der Blick geht nun nach vorne: Am kommenden Samstag steigt das letzte Heimspiel dieser so extrem erfolgreichen Oberliga-Saison. Wie vor einem Jahr wird es wieder Freibier geben und einen 500-Euro-Schuss. ut

VfL: Auerbach 6/2), Bekteshi (21/3), Gibbs (12/1), Kraft, Lawson (14), Pascucci, Scott (6), A.Sengül (8), E.Sengül, Shabani (4), Strickland (18/2).


Offene Rechnung

Im vorletzten Heimspiel der Oberliga-Saison steht die große Revanche auf dem Programm: Gegner TV Konstanz ist der einzige VfL-Besieger – am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) soll diese Rechnung beglichen werden.

Es war am 24. Oktober, und Coach Bekim Kukiqi war wegen der Erkrankung seines Vaters nicht in Konstanz, sondern in Köln. Dennoch dachte die Startruppe der VfL-Basketballer, dass am See nichts schiefgehen könnte. Ging es aber doch! Irritiert von der beweglichen Zonenverteidigung und ohne ordnende Hand von außen verlor der Favorit 82:83. Es blieb die einzige Saisonniederlage, gleichzeitig die einzige Pflichtspielpleite in der Ära Kukiqi – und soll am Samstag ausgeglichen werden.

Seit drei Wochen allerdings ist der VfL Meister und Aufsteiger in die 2. Regionalliga, seither gab es genau zwei Trainingseinheiten, auch wegen der Osterferien und dem VfL-Camp. Trotzdem sagt Kukiqi: „Wir wollen die Saison natürlich seriös zu Ende spielen. Dazu kommt, dass das komplette Team auf Revanche brennt – ich denke, die sind alle total heiß!“

Der TVK allerdings wohl auch, gehört er doch zur Viererbande, die sich noch Hoffnungen auf Relegationsplatz zwei macht. Im Moment ist Konstanz (12:5 Siege) noch Fünfter, bis zum Zweiten TSG Reutlingen (13:4) ist es aber ein kurzer Weg. Dazwischen stehen der Dritte SV Böblingen (13:5) und der Vierte TSG Söflingen (12:5). Ein Sieg beim Meister würde den TV, der vergangenen Sommer sein Team aus der Regionalliga zurückgezogen hatte, also wieder ins Rennen bringen – zumal am letzten Spieltag das Topduell Söflingen – Reutlingen ansteht.

Beim VfL spielen solche Rechenexperimente naturgemäß keine Rolle. Nach der Oster-Pause sind alle Spieler fit und ausgeruht, am Freitagabend wird sie Kukiqi beim Training noch einmal einschwören. Es spricht also wenig dagegen, dass die Siegesserie verlängert werden kann.

Die Meisterfeier wird dann eine Woche später stattfinden, beim letzten Heimspiel gegen den SV 03 Tübingen 2. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Im Spaziergang zur Meisterschaft

Die VfL-Oberliga-Basketballer holen beim Schlusslicht TSV Eriskirch locker mit 104:51 den Pflichtsieg und profitieren von der Niederlage der TSG Reutlingen am Samstag: Meisterschaft und Aufstieg sind drei Spieltage vor Schluss gesichert!

Das war ein Basketballspiel, bei dem im Vorfeld weitaus aufregendere Dinge passierten als in den 40 Minuten Aktion. Angefangen hatte es am Freitag im Training, als Arber Shabani verkündete, er müsse am Sonntag arbeiten. Durch großen Einsatz bei seinem Arbeitgeber wendete er das am Samstagnachmittag doch noch ab. Nathan Gibbs und Raffa Pascucci waren sowieso verletzt, weshalb Coach Bekim Kukiqi um jeden Spieler heilfroh war.

Dann der Samstagabend: Gerüchte verbreiteten sich gegen zehn Uhr, dass der SV Böblingen sein Heimspiel gegen den VfL-Verfolger TSG Reutlingen gewonnen hätte. Das Spiel war gegen halbzehn zu Ende, aber es dauerte bis kurz vor elf, bis Gewissheit bestand: Böblingen hatte Reutlingen 83:62 besiegt, womit für Kirchheim klar war: Noch ein Sieg bis zum Titel.

Nach den 190 Kilometern bis Eriskirch – Gibbs und Pascucci waren trotz Verletzung zum Anfeuern dabei! – zeigte sich der VfL dann sofort hellwach. Was Kukiqi im Freitagstraining gegen die TSV-Zone einstudiert hatte, klappte perfekt: Drei Dreier von Shabani (2) und Desmond Strickland in den ersten drei Minuten sorgten für das 9:0, beim 25:7 nach neun Minuten war die Partie so gut wie entschieden.

Danach brachte Kukiqi alle seine Spieler aufs Feld, gegen die tatsächlich sehr schwachen Eriskirchener änderte das aber gar nichts an den Verhältnissen: Der VfL zog weiter davon, mal mehr, mal weniger dominant. Zur Pause konnte Kukiqi per facebook melden: Mission erfüllt – es stand 52:29.

Im letzten Viertel kamen dann auch die treuen Bankspieler zu Punkten: Marco Wanzke (33.), Eren Sengül (38.) und Tobias Kraft (39.) belohnten sich selbst, letztere zwei sogar per Drei-Punkte-Wurf.

Für den 100. Punkt sorgte dann der neben Desmond Strickland stärkste Spieler an diesem Abend, der auch noch seinen 23. Geburtstag feierte: Jorey Scott. Der Center hatte sogar einen Dreier, seinen ersten in dieser Saison, auf seinem Konto. Was aber gar nicht so sehr verwunderte: Sieben der zehn eingesetzten Kirchheimer schafften es, mindestens einmal aus dem Drei-Punkte-Land einzulochen, insgesamt zischten 13 Fernwürfe durch die Reuse der Gäste.

Bekim Kukiqis Fazit: „Natürlich war das heute eher ein Spaziergang, aber insgesamt ist das eine tolle Erfolgsgeschichte, nach dem Abstieg aus der Oberliga vor zwei Jahren. Da kann ich mich auch nur beim Verein VfL Kirchheim bedanken, der mit großem Engagement die Bedingungen dafür geschaffen hat.“ ut

VfL: Auerbach (11/2), Bekteshi (2), Gibbs (n.e.), Kraft (3/1), Lawson (16/2), Pascucci (n.e.), Scott (20/1), A.Sengül (13), E.Sengül (3/1), Shabani (14/2), Strickland (20/4), Wanzke (2).


Lange Fahrt, leichtes Spiel?

Zum abgeschlagenen Tabellenletzten TSV Eriskirch reisen die VfL-Oberliga-Basketballer am Sonntag. Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Überraschung. Obwohl sich Coach Bekim Kukiqi ein bisschen Sorgen machen muss.

Es war der 10. Oktober 2015, als Aufsteiger TSV Eriskirch die ganze Oberliga aufhorchen ließ: 74:70 beim TV Konstanz! Schon im dritten Spiel hatte der TSV gezeigt, dass er in der höchsten württembergischen Liga angekommen ist. Doch seither gab es nur Pleiten, Pech und Pannen – in Zahlen: 13 Niederlagen in Serie und der ziemlich sichere Abstieg. Dazu kam der Kreuzbandriss des Ex-VfLers Marsel Sibinovic ausgerechnet beim Spiel in Kirchheim (110:83). Der 24-Jährige war mit gut zwölf Punkten pro Spiel bis zu diesem 12. Dezember zu einem wichtigen Leistungsträger avanciert und fiel mit dieser Verletzung natürlich für die komplette Saison aus.

Im neuen Jahr setzte es folglich immer deftigere Schlappen, als Höhepunkt das 50:133 zu Hause gegen Söflingen am 21. Februar. Bei den letzten beiden Spielen ließ der TSV aber wieder Lebenszeichen erkennen: Gegen Tamm/Bietigheim gab es „nur“ ein 67:94, in Tübingen ein 70:86.

Natürlich sind das keine Ergebnisse, die dem Tabellenführer Angst machen könnten. Kukiqi: „Wir fahren mit dem nötigen Respekt an den Bodensee. Mein Team neigt zwar ein bisschen dazu, solche Mannschaften zu unterschätzen, aber das bekommen wir schon hin.“ Echte Sorgen muss sich der Coach um Nate Gibbs  machen. Im Spitzenspiel gegen Söflingen nur durch Schmerzmittel spielfähig, hat sich seine Hüftverletzung nicht gebessert: Sein Einsatz ist äußerst fraglich.

Nach der 190-Kilometer Reise in den kleinen Ort zwischen Friedrichshafen und Langenargen können sich die VfL-Cracks dafür etwas ausruhen, das nächste Spiel ist erst am 2. April zu Hause gegen den TV Konstanz. Den Erfolg am Sonntag vorausgesetzt, sollen da dann Meisterschaft und Aufstieg gefeiert werden. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs (?), Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Der VfL übersteht das Dreiergewitter

Noch zwei! Nach dem schwer erkämpften 92:88 gegen den Oberliga-Dritten TSG Söflingen fehlen den VfL-Basketballern nur noch zwei Siege aus vier Spielen für Meisterschaft und Aufstieg.

Das war wirklich harte Arbeit! Obwohl der VfL Kirchheim im Oberliga-Spitzenspiel Erster gegen Dritter kein einziges Mal im Rückstand lag, war diese Begegnung vor knapp 100 Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte doch 35 Minuten eines auf Messers Schneide. Die Gäste zeigten sich trotz des Ausfalls ihres Playmakers Christian Grosse, der erkältet das Bett hüten musste, als starkes, eingespieltes Team mit sehr vielen Möglichkeiten. Wie erwartet vor allem mit vielen gefährlichen Distanzschützen, die oft vorbildlich freigespielt wurden. Am Ende ging die Dreierschlacht 8:13 für Söflingen aus, doch der VfL überstand am Ende das Gewitter.

Hoch konzentriert begann das Team von Bekim Kukiqi diese Partie. Noch am Freitagabend waren die Sorgen des Coaches ziemlich groß geworden: Nate Gibbs an der Hüfte verletzt, Devontee Lawson erkältet, Arber Shabani und Raffa Pascucci von Freitagabend bis zum Spielbeginn auf einem familiär notwendigen Dortmund-Trip mit knapp zehn Stunden Autobahnfahrt – Kukiqi: „Die 24 Stunden vor dem Spiel habe ich mir wirklich so viele Sorgen wie noch nie in dieser Saison gemacht.“

Diese Sorgen waren beim 21:7 nach sieben Minuten deutlich kleiner: Die Mannschaft riss sich am Riemen! Doch Söflingen konterte, holte zum 27:24 (15.) auf, danach gab es 20 Minuten auf recht hohem Niveau mit permanent knisternder Spannung. Kurz vor der Pause hatte Söflingen auf 39:37 aufgeschlossen, bevor Lawson mit seinen einzigen Punkten des Abends den Halbzeitstand von 42:37 herstellte.

Auch im dritten Viertel ließ sich der Tabellendritte nicht abschütteln. Doch immer, wenn man das Gefühl hatte, jetzt übernimmt Söflingen, packte der VfL die richtige Antwort aus. So beim 54:52 (26.), als Arber Shabani, dem man die Strapazen doch meistens sehr anmerkte, und Shkelzen Bekteshi auf 60:55 stellten.

Dass sich Coach Kukiqi inzwischen weniger Sorgen als die meisten Fans machte, zeigte auch, dass er in der gesamten zweiten Hälfte ohne Auszeit auskam. Seine Jungs, allen voran Nate Gibbs mit einer von Anfang bis Ende souveränen Vorstellung (zum Beispiel 11:12 Freiwürfe und zwei Dreier) und Desmond Strickland, zahlten das Vertrauen dann zurück: Beim Stand von 68:63 (35.) setzten sie wie schon so oft in dieser Spielzeit bei Spitzenspielen zum Endspurt an, Söflingen hatte dem nicht mehr viel entgegenzusetzen. Nach zwei Dreiern von Shabani und Strickland zum 87:75 95 Sekunden vor Schluss war die Partie entschieden.

Allerdings ballerten die irren Schützen der TSG noch vier wilde Dreier durch Kirchheims Reuse, die das Endergebnis etwas verfälschten. Wenn allerdings nicht Strickland – übrigens mit knapp 91 Prozent Trefferquote der beste Freiwurfschütze der Oberliga – weniger als die letzten vier von der Linie getroffen hätte…?

Schwamm drüber, dafür hat man seine Stars ja! Am nächsten Sonntag folgt der lange Trip zum Tabellenletzten Eriskirch. Wird da der erwartete Sieg eingefahren, heißt es: Noch einen Sieg aus drei Spielen. Am 2. April zu Hause gegen den TV Konstanz soll der erste Matchball gleich verwandelt werden: Vormerken! ut

VfL: Auerbach (3/1, Bekteshi (14/1), Gibbs (26/1), Kraft (n.e.), Lawson (3/1), Pascucci, Scott (6), A.Sengül (9), E. Sengül (n.e.), Shabani (10/2), Strickland (21/2), Wanzke (n.e.).

TSG: Altenbeck (6), Dürr (12/2), Gulde, Hranjec (7/2), Mecinovic (9/2), Pfleiderer, Steinkellner (14), Truong (9/1), Vojkovic (24/6), Wagner (2), Witschen (5).

 

Nachgefragt bei Bekim Kukiqi

Herr Kukiqi, noch zwei Siege aus vier Spielen – schafft der VfL das?

Es sieht natürlich sehr gut aus. Wir müssten schließlich dreimal verlieren, um Meisterschaft und Aufstieg noch zu verpassen. Wir stehen also ganz kurz davor!

Die Spiele zuletzt schienen weniger souverän – woran liegt’s?

Bis zum Reutlingenspiel waren wir tatsächlich sehr souverän, danach trafen wir mit Böblingen, Rottenburhg und Söflingen dreimal auf Teams, für die es um alles ging – die fegt man nicht so einfach aus der Halle. Dazu kamen bei uns Blessuren und Krankheiten. Bei nur einem richtigen Training in der Woche kann das Probleme geben. Wir müssen aber auch nicht immer mit 30 oder 40 Punkten gewinnen.

Seit ihrem Antritt beim VfL haben Sie 35 Pflichtspiele in Serie gewonnen – wird Ihnen das nicht unheimlich?

Ich denke da gar nicht so sehr daran. Als Basketball-Trainer ist es mein Job, Spiele zu gewinnen. Wir haben vor zwei Jahren geplant, es in die Regionalliga zu schaffen, und dafür haben wir hart gearbeitet – mehr, als man von außen manchmal sieht. Es ist wirklich nicht einfach, mit so wenig Training aus so vielen Stars ein erfolgreiches Team zu formen.

Gibt es schon Planungen für die Regionalliga?

Seit Dezember führen wir Gespräche. Das Gesicht der Mannschaft wird sich wegen der anderen Ausländer-Regel (nur ein Amerikaner, Anm. der Redaktion) ja verändern müssen. Nach dem gesicherten Aufstieg müssen wir uns also schnellstmöglich zusammen setzen und die neuen Ziele formulieren. Ich will nicht nur gegen den Abstieg spielen. Wir wollen junge, talentierte Spieler aus der Region ausbilden, zusammen mit den Knights. Meine Prognose: Wir werden den einen oder anderen überraschen.


Kukiqi will den nächsten Schritt zum Titel

Der Countdown läuft: Rein rechnerisch brauchen die Oberliga-Basketballer noch drei Siege aus fünf Spielen für Meisterschaft und Aufstieg. Am Samstagabend (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) kommt der Tabellendritte TSG Söflingen – die höchste aller restlichen Hürden.

Man könnte die TSG, die in dieser Saison erst vier Spiele verloren hat, sogar als „Team der Stunde“ in der Oberliga bezeichnen: Die letzten beiden Begegnungen gewannen die Ulmer Vorstädter 133:50 und 102:62! Abteilungsleiter Andreas Bobbe lässt sich davon aber nicht blenden. „Eriskirch und Tübingen 2 waren natürlich kein Maßstab!“

Der abgeschlagene Tabellenletzte Eriskirch musste auf mehrere Spieler seiner Zweiten (Kreisliga) zurückgreifen, Tübingen trat ebenfalls mit einer Rumpfmannschaft an: nur sechs Spieler, keiner aus dem NBBL-Kader. Bobbe ist sich der Schwere der Aufgabe beim Spitzenreiter auf jeden Fall bewusst: „Bei uns muss alles zusammenpassen, wenn wir in Kirchheim gewinnen wollen.“

Seit Jahresbeginn passt allerdings einiges zusammen bei der TSG, die weiterhin auf Relegationsplatz zwei schielt. Konkurrent Reutlingen hat allerdings zwei Punkte Vorsprung und das Hinspiel 78:59 gewonnen. Seit zur Jahreswende aber der 2,12-Meter-Riese Tim Altenbeck (19) aus Ludwigsburg dazu kam, ging nur das Auswärtsspiel in Konstanz 69:82 verloren. Dafür wurde in Böblingen (75:74) und gegen Tamm/Bietigheim (83:69) gewonnen.

Trainer Benni Gulde hat ein extrem ausgeglichenes Team um Ex-Bundesligaspieler Christian Grosse (31) geformt, acht Spieler haben mehr als acht Punkte im Schnitt, gleich sechs können sehr gut Dreier werfen. Deshalb gilt für Bobbe auch: „Wenn unsere Schützen treffen, haben wir eine Chance…“

Genau das will Kirchheims Coach Bekim Kukiqi natürlich verhindern: „Söflingen hat einen starken Backcourt, aber wir wissen, wie man den stoppen kann und haben die Spieler dafür.“ Nach dem eher schwachen Auftritt in Rottenburg (90:83) am vergangenen Sonntag war Kukiqi mit dem Training in dieser Woche sehr zufrieden, so oder so schaut er vor allem auf seine Truppe: „Dieses Heimspiel ist der nächste, vielleicht wichtigste Schritt zum Titel. Ich bin davon überzeugt, dass alle im Team hundertprozentig konzentriert an diese Aufgabe gehen werden und wir unseren Fans wieder ein Spektakel bieten können. Wir freuen uns alle total auf dieses Heimspiel.“

Die Blessuren sind einigermaßen auskuriert, wenn beim Abschlusstraining am Freitagabend nicht mehr passiert, stehen alle Stars einigermaßen beschwerdefrei zur Verfügung. Eine Woche später folgt noch der lange Trip zum Mitaufsteiger und fast sicheren Absteiger Eriskirch, bevor die Osterferien wieder einmal eine lange Spielpause von drei Wochen bis zum Heimspiel gegen den TV Konstanz bescheren. Rein rechnerisch könnte an diesem 2. April die Meisterschaft gefeiert werden – wenn am Samstag gegen Söflingen nichts schiefgeht… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Starkes drittes Viertel entscheidet

Einen Sieg nach dem Motto „Hauptsache gewonnen“ feierten die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim mit dem 90:83 beim Kellerkind TV Rottenburg. Dem gelang ohne Liga-Topscorer Lopatin sein bestes Saisonspiel.

„Das war nicht schön!“ Der Stoßseufzer von Coach Bekim Kukiqi traf den Kern der Sache. Was der Spitzenreiter der Basketball-Oberliga am Sonntagabend in der Volksbank-Arena in Rottenburg ablieferte, hatte über 30 Minuten gewiss nicht das angestrebte Regionalliga-Format: „Wenigstens im dritten Viertel sind wir wie ein Tabellenführer aufgetreten“, sagte Kukiqi.

Doch von vorne: Ohne den an der Hüfte verletzten Topscorer Victor Lopatin (25,3 Punkte pro Spiel) trat der Tabellenvorletzte, der trotz 3:11-Siegen eine Korbdifferenz von 1080:1086 hatte, zu diesem Heimspiel. Der Kirchheimer Coach meinte dazu: „Ohne ihn ist Rottenburg als Team stärker, der Ball läuft sehr flüssig. Die haben das wirklich sehr gut gemacht.“

Das führte gleich zum 15:5 für die Hausherren, was Kukiqi gleich in der sechsten Minute zu einer Auszeit zwang. „Die Konzentration war nicht da, wir haben keinen Rhythmus gefunden und viele einfache Würfe und Korbleger vergeben.“ Eine Auszeit mit Wirkung allerdings: Der frisch eingewechselte Youngster Tim Auerbach traf zwei (seiner am Ende vier) Dreier, in der Abwehr wurden die Zügel angezogen, der VfL ging 18:17 in Führung und das Spiel war ausgeglichen. Und blieb das bis zur Pause (45:42 für den VfL) inklusive mehrerer Führungswechsel.

Noch wirkungsvoller als in dieser frühen Auszeit stellte Kukiqi sein Team ganz offensichtlich in der Halbzeit ein: Ein 12:0-Lauf durch die drei Amerikaner Nathan Gibbs, Desmond Strickland und Jorey Scott, der wohl sein bestes Spiel im Kirchheimer Trikot ablieferte, entschieden die Partie in den ersten vier Minuten nach dem Wechsel – 57:42. Doch Bekteshi und Kollegen ließen nicht nach, setzten nach dem 57:45 noch einen 12:2-Lauf obendrauf (69:47, 27.), der Auswärtssieg war in trockenen Tüchern.

„Vielleicht habe ich danach ein bisschen viel gewechselt, da lief dann nicht mehr viel…“, bekannte Kukiqi nach dem Spiel und beschrieb damit auch das komplette vierte Viertel. Das gewannen die Gastgeber 27:15, und der Plan des Coaches, seinen Jugendspieler Eren Sengül und Tobias Kraft noch ein paar Minuten zu geben, wurde so vereitelt.

Doch wirklich gefährlich wurden die Rottenburger dem VfL nicht mehr, der Endstand von 90:83 war das knappste Resultat seit dem ersten Kirchheimer Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte.

Bereits am Samstagabend hatte Verfolger TSG Reutlingen beim Dritten, dem TV Konstanz, nach hartem Kampf mit 75:63 (35:35) gewonnen. Konstanz ist mit fünf Niederlagen damit wohl um den Kampf um Relegationsplatz zwei ausgeschieden. Hinter dem VfL (14:1) lauern darauf jetzt nur noch Reutlingen (13:3) und die TSG Söflingen (11:4). Und ausgerechnet Söflingen ist der nächste Kirchheimer Gegner, kommenden Samstagabend in der Sporthalle Stadtmitte. Nochmal Kukiqi: „Wenn wir da wie heute im letzten Viertel spielen, kriegen wir eine Klatsche…“  ut

VfL: Auerbach (14/4), Bekteshi (8), Gibbs (21/2), Kraft (n.e.), Lawson (4), Pascucci (5), Scott (15), A.Sengül, E.Sengül (n.e.9, Shabani (5), Strickland (18/4).

TVR: Hüls (4/1), Degel (4/1), Grbavac (20/2), Naggay (7), Graef (12), Fleck (6), Kallenberg (18), Roller (12).


Pflichtaufgabe beim Kellerkind

Gastgeber TV Rottenburg kämpft gegen den Abstieg in die Landesliga, der VfL Kirchheim um den Aufstieg in die 2. Regionalliga. Am Sonntag (17.00 Uhr) will die Kukiqi-Truppe den Klassenunterschied deutlich machen.

„Wir werden auch dieses Spiel seriös angehen“, sagt Coach Bekim Kukiqi, „Rottenburg hat einige Ergebnisse erzielt, die zeigen, dass das Team ernst genommen werden muss.“

Tatsächlich reitet das Team von Trainer Martin Leibßle in den letzten Wochen sogar auf einer Erfolgswelle, die so gar nicht nach Abstieg aussieht. Zuletzt gab es nacheinander die Saisonsiege zwei und drei! Das 119:74 gegen den auseinanderfallenden Aufsteiger TSV Eriskirch war noch zu erwarten, doch am vergangenen Wochenende zeigte der TVR mit dem 76:51 bei den jungen Wilden des SV 03 Tübingen 2, dass noch ganz viel Leben in dem Team steckt. Und dass man keineswegs nur von Liga-Topscorer Viktor Lopatin (25,3 Punkte, 2,4 Dreier pro Spiel) abhängt! In Eriskirch avancierte Daniel Grbavac mit 35 Punkten zum Topscorer, Lopatin begnügte sich mit 19 Punkten – und insgesamt scorten sechs (!) Spieler zweistellig. In Tübingen ging zwar wieder Lopatin mit 24 Punkten voran, geprägt war aber auch dieses Spiel von der Ausgeglichenheit der Mannschaft.

Das hatte sie auch schon sehr oft in dieser Saison bewiesen, doch statt Siegen sprangen halt immer knappe Niederlagen gegen die Spitzenteams heraus. Es begann mit dem 78:81 nach Verlängerung  beim aktuellen Dritten TV Konstanz und setzte sich so fort: 77:78 in Bietigheim (6.), 74:78 gegen Tübingen 2 (7.), 60:65 gegen Reutlingen (2.) 80:82 gegen Böblingen (4.).

In der gesamten Saison gab es nur eine einzige wirklich derbe Klatsche: Das 78:107 beim VfL Kirchheim im Herbst! Und vielleicht das 57:68 zu Hause gegen Keller-Konkurrent Remseck 2 unmittelbar danach. Doch seither haben die Rottenburger kein einziges wirklich schlechtes Spiel mehr abgeliefert, und die Hoffnungen sind groß, zumindest über die Relegation in der Oberliga zu bleiben.

Das will der VfL Kirchheim natürlich auf keinen Fall, die 2. Regionalliga ist seit dem ersten Spieltag das Ziel, und nach 14 von 20 Spieltagen sprechen auch alle Anzeichen für den direkten Durchmarsch des Aufsteigers. Dabei sind die Blicke am Samstag nach Konstanz gerichtet, wo der Dritte (11:4 Siege) den Zweiten TSG Reutlingen (12:3) empfängt. Der TVK ist seit dem 70:74 ausgerechnet gegen Schlusslicht Eriskirch am 10. Oktober zu Hause ungeschlagen und könnte erstens das Zünglein an der Waage im Titelrennen abgeben und zweitens selbst noch Platz zwei erreichen, der zu Relegationsspielen berechtigt. Am 10. April muss auch Böblingen noch an den See…

Das ergibt zwei „Wenns“ für den VfL: Wenn Konstanz Reutlingen schlägt und wenn Kirchheim tags darauf in Rottenburg gewinnt, hat sich der Vorsprung fünf Spieltage vor Schluss auf vier Siege erhöht (wenn man noch den direkten Vergleich mit einbezieht).

Dass da nichts schief geht, davon ist nicht nur der Coach, sondern die ganze Kirchheimer Basketball-Familie überzeugt. Zu stark und souverän hat das Team um Kapitän Shkelzen Bekteshi, der seine Knieverletzung aus dem Böblingenspiel wenigstens einigermaßen überwunden hat, in der bisherigen Saison agiert, zu ausgeglichen auf sehr hohem Niveau – viele sagen: Regionalliga – präsentieren sich die Spieler. Allerdings sind außer Bekteshi auch Nate Gibbs, Akant Sengül und Devontee Lawson leicht angeschlagen – Kukiqi: „Das ist aber normal in dieser Phase der Saison…“ ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Der Pfad zum Aufstieg ist freigekämpft

Mit dem im Schlussspurt gesicherten 88:74 gegen die SV Böblingen haben die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim nun beste Chancen auf Meisterschaft und Aufstieg.

„Jetzt sind wir fast durch!“ Kirchheims Coach Bekim Kukiqi ist gewiss kein Phantast, auch wenn sechs Spieltage vor Schluss der Saison vier Punkte Vorsprung nicht gerade üppig erscheinen. Aber die Kirchheimer Korbjäger sind erstens einfach zu souverän und zweitens ist die Konkurrenz offensichtlich nicht gut genug.

Zum zweiten Mal hat der VfL gegen Böblingen trotz des großen Handicaps einer längeren Spielpause gewonnen. Im Herbst waren es vier Wochen, jetzt drei. Dazu kam das ausgefallene Training in den Faschingsferien wegen Krankheiten und das nur sehr eingeschränkte danach wegen der Grippe des Coaches. Der Gegner war dagegen voll im Flow! Am 9. Februar gewann er im BBW-Pokal gegen den Regionalliga-Siebten SV Möhringen 80:75, vor einer Wiche in der Oberliga gegen Tübingen 2 92:69.

Und genau so begann das Spiel auch: „Komplett rostig“ (Kukiqi) gegen eingespielt! Die Gäste gingen 5:0 und 7:2 (2.) in Führung – doch dann übernahmen Nate Gibbs und vor allem der an diesem Tag alle weit überragende Desmond Strickland. Drei Dreier des amerikanischen Scharfschützen und zwei Drives zum Korb. 13 der 21 Punkte bis zum 23:18 (9.) stammten von Strickland, vier von Gibbs.

Doch auch Böblingen zeigte den fast 150 Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte ganz viel individuelle Klasse. Das Team des fast 62-jährigen Leopold Dejworek, der als achter Mann und Notnagel auf der Bank saß, zeigte vor allem durch Center Jerome Hunter und die beiden pfeilschnellen Guards Marques Charlton und Herdie Lawrence starke Offensiv-Aktionen. So blieb das Spiel immer eng. Die Einheimischen lagen zwar allermeistens vorne, konnten sich aber nie auf mehr als fünf Punkte absetzen – Pausenstand nach sehr unterhaltsamen 20 Minuten 46:43 für Kirchheim.

In der Kabine machte Kukiqi seinen Spielern noch einmal klar, dass er weiter auf ihre überlegene Fitness vertraue: „Die Zeit wird für uns laufen, irgendwann werden die mit Sicherheit müde.“ Doch nach dem 56:51 (25.) gelang den Gästen ein 10:0-Lauf, plötzlich hatte sich der Wind gedreht. Doch der an diesem Abend sagenhaft physische Jorey Scott mit Freiwürfen und Devontee Lawson mit einem Dunking hielten zum Viertelende den 60:63-Anschluss.

Die nächsten drei Minuten brachten die Vorentscheidung: Der VfL, bei dem jetzt der bis dahin eher unglücklich agierende Arber Shabani mehr und mehr das Heft an sich riss und auch punktete, legte einen 13:0-Lauf zum 73:63 hin, den die Böblinger nicht mehr kontern konnten. Was auch daran lag, dass die Bankspieler Raffa Pascucci und Lawson defensiv ganz viel leisteten. Pascucci legte Lawrence an die Kette, Lawson fischte massenhaft Rebounds. So fiel es nicht so ins Gewicht, dass Kapitän Shkelzen Bekteshi wegen seines ladierten Knies das letzte Viertel von der Bank anschauen musste.

War’s das also schon? Bekim Kukiqi ließ sich trotz der blendenen Aussichten doch nicht zu einer ähnlichen Aussage wie vor einem Jahr hinreißen, als er nach dem Sieg im Landesliga-Spitzenspiel gegen Eriskirch gemeint hatte: „Wenn wir das noch vergeigen, höre ich mit dem Basketball auf.“ Schließlich muss der VfL (13:1 Siege) noch vier der sechs restlichen Spiele gewinnen, um sicher Meister zu sein. Wahrscheinlich reichen aber sogar weniger Siege – schließlich muss Verfolger Reutlingen (12:3) noch zu den Spitzenteams Konstanz (11:4), Böblingen (10:5) und Söflingen (10:4). ut

VfL: Auerbach, S.Bekteshi (7/1), Gibbs (14), Kraft (n.e.), Lawson (6), Pascucci, Scott (14), A.Sengül (6), E.Sengül (n.e.), Shabani (13/3), Strickland (28/5).

SVB: Charlton (17/3), Dejworek (n.e.), Hunter (22), Karsch, Lawrence (20/2), Navermann (5/1), Sanders (4/1), Tschernenko (6).

Restprogramm  VfL

28.02.2016 17:00 TV Rottenburg VfL Kirchheim/Teck
05.03.2016 19:30 VfL Kirchheim/Teck TSG Söflingen
13.03.2016 17:15  SV Eriskirch VfL Kirchheim/Teck
02.04.2016 19:30 VfL Kirchheim/Teck TV Konstanz
09.04.2016 19:30 VfL Kirchheim/Teck SV 03 Tübingen 2
17.04.2016 17:00 BG Tamm/Bietigheim VfL Kirchheim/Teck

 

Restprogramm  TSG Reutlingen

27.02.2016 17:45  TV Konstanz TSG Reutlingen
12.03.2016 19:00 SV Böblingen TSG Reutlingen
02.04.2016 18:00 BG Remseck 2 TSG Reutlingen
09.04.2016 19:00 TSG Reutlingen TV Rottenburg
17.04.2016 16:15 TSG Söflingen 1864 TSG Reutlingen

Das Spiel der Spiele - the clash of the americans

Wenn am Samstagabend (20.00 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) der Tabellenführer der Basketball-Oberliga auf die drittplatzierte SV Böblingen trifft, geht es für den VfL Kirchheim bereits um den Titel. Gleichzeitig ist das Spiel das Aufeinandertreffen von zwei mit spektakulären Amerikanern gespickten Teams.

Strickland, Gibbs, Lawson, Scott gegen Hunter, Charlton, Lawrence, Sanders! Oder 639 Punkte gegen 752.

Noch extremer als der VfL hat die Sportvereinigung ihr Schicksal in die Hände von Stars aus dem Mutterland des Basketball gelegt – und dabei bisweilen etwas hektisch agiert. Offensichtlich hat der polnische Coach Leopold Dejworek, in der Region seit den 70er Jahren im Basketball aktiv, den Auftrag, mit allen Mitteln nach oben zu kommen.

Die Amerikaner Jeremee Davis (33 Punkte pro Spiel!), Henry Miller und  Chuks Neboh (2,15 m!), der Ex-Knight von der Aufstiegssaison 2005/2006, wurden wieder aussortiert, immer neue Stars geholt. Da auch andere Spieler die Unruhe wohl weniger toll fanden und den Verein verließen, hat sogar der inzwischen 62-jährige Coach höchstselbst seine Sneaker aus der Truhe geholt und setzte sich bei den letzten sieben Spielen als ultimative Sicherung als achter Mann auf die Bank.

So richtig erfolgreich scheint dieses Strategie allerdings nicht zu sein: Seit der 74:75-Heimniederlage gegen die TSG Söflingen am 30. Januar beträgt der Abstand zur Spitze, also zum VfL, bereits sechs Punkte. Einigermaßen realistisch ist deshalb wohl nur noch das Erreichen von Platz zwei und damit der Relegation.

Dafür muss aber in Kirchheim gewonnen werden und vor allem am 12. März zu Hause gegen den Zweiten TSG Reutlingen.

Und was steht für den VfL auf dem Spiel? Nichts weniger als einer der allerletzten Schritte zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Regionalliga. Denn allen Experten und Gegnern ist klar: Schlägt die Kukiqi-Truppe auch das Starensemble der SVB, dürfte in den verbleibenden sechs Spielen nichts mehr schiefgehen!

Schon beim Hinspiel im November, beim 87:76-Sieg, gab es ja Spektakuläres zu sehen, mit einem erst in der Endphase überlegenen VfL. Damals wie heute lastete die Hypothek einer längeren Spielpause auf Bekteshi und Kollegen. Vier Wochen ohne Ernstfall waren es damals, drei Wochen ist es jetzt her, dass die fast epische Schlacht bei der TSG Reutlingen gewonnen wurde. Dazu fiel das Training in den Herbstferien wegen Verletzungen und Erkältungen komplett aus.

Einerseits tritt der VfL also wieder einmal als Wundertüte an. Andererseits hat man in der Kukiqi-Ära gelernt, dass aus dieser Tüte dann beständig gute Dinge herauspurzeln. Der Coach selbst ist wie immer optimistisch: „Trotz der Probleme im Vorfeld bin ich überzeugt davon, dass wir die bessere Mannschaft haben und das unseren Fans auch zeigen werden!“

Der ganz große Vorteil: Kukiqi muss sich dabei nicht nur auf seine Amis verlassen: Mit Kapitän Shkelzen Bekteshi, Playmaker Arber Shabani und Center Akant Sengül hat er drei weitere überdurchschnittliche Spieler zur Verfügung, und auf der Bank warten Scharfschütze Tim Auerbach, eben erst bei der Kirchheimer Sportlerehrung für seine Deutsche U16-Meisterschaft mit Ludwigsburg ausgezeichnet, Kampfschwein Raffa Pascucci und Eigengewächs Marco Wanzke mit brennenden Herzen auf ihren Einsatz.

Bisher reichte diese tolle Combo für zwölf Siege bei 13 Spielen, und bei dieser einen Niederlage in Konstanz fehlte auch noch der Coach aus privaten Gründen. Was bedeutet, dass Bekim Kukiqi als Trainer der ersten Mannschaft bei Pflichtspielen weiter ungeschlagen ist: Seit Oktober 2014 in 32 Begegnungen! ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Die Tür zur Regionalliga steht offen

Das Topduell der Basketball-Oberliga hat alle Erwartungen erfüllt. Das Niveau war hochklassig, der Ablauf dramatisch. Für beide Teams und für die knapp 200 Zuschauer. Mit dem Ergebnis war nur Tabellenführer VfL Kirchheim zufrieden, der die TSG Reutlingen in dessen Halle 96:87 bezwang.

War’s das schon? Der Regionalliga-Aufstieg im Januar? In der Euphorie des Samstagabends ging so manchem der gut 50 mitgereisten Fans der VfL-Oberliga-Basketballer der „Das-war’s!“-Gedanke durch den Kopf. Verfolger Böblingen hatte am Nachmittag 74:75 gegen Söflingen verloren, und nun dieser sagenhafte 96:87-Sieg beim schärfsten Widersacher TSG Reutlingen.

Und für euphorische Gefühle war ja reichlich Grund vorhanden! Denn was war das für ein Spiel! Da war alles drin, vor allem aber Klasse, Intensität und Leidenschaft. Und natürlich dieser irre Spannungsbogen! Der Favorit VfL kalt – besser: hypernervös – erwischt, fast aussichtslos im Rückstand. Und dann dieses Comeback, geboren aus Herz, Kampfgeist, Zusammengehörigkeit und natürlich der individuellen Qualität der Kirchheimer Spieler. Und am Ende ein nichts weniger als legendärer Sieg, der die Tür zum ganz großen Ziel Regionalliga weit aufstößt. Aber durch diese Tür ist halt noch keiner, noch sind sieben Spiele zu absolvieren. Mathematisch gesehen: Noch Vier Siege, und für den VfL war’s das.

Selbst Coach Bekim Kukiqi, gestresst durch eine suboptimale Trainingswoche mit reichlich Gereiztheiten, gab zu. „Natürlich waren wir alle nervös. Ich habe dem Team aber schon am Freitag gesagt: Keine Panik, wenn wir am Anfang mal in Rückstand geraten.“

Okay, aber dass es gleich 18 Punkte sein mussten? 3:9, 5:15, 13:25 nach dem ersten Viertel. Beim 19:34 nach zwölf Minuten hielten drei Dinge die Hoffnung aufrecht: Erstens schien es undenkbar, dass Gastgeber Reutlingen weiter so irrwitzig gut spielen und treffen könnte. Zweitens die Coolness des Coaches, der auf die eine oder andere mögliche Auszeit verzichtete und seinem Team signalisierte: Ihr schafft das! Und drittens die überlegene Fitness der Kirchheimer, auf die Kukiqi seelenruhig wieder einmal baute.

Keine Überraschung für Insider: Kukiqi hatte Recht! Seine Asse stachen! Zum Beispiel Desmond Strickland: Wie der die Zähne zusammen biss, sich trotz seiner vielen offenen Wunden vom Fahrradsturz am Mittwoch in der Defensive reinhängte und vorne traf – eines seiner besten Spiele für den VfL! Oder Devontee Lawson: Der wird unter Kukiqi noch vom Flieger zum Basketballer! Wie er reihenweise Rebounds über Korbniveau fischte, mit schnellen Händen die Reutlinger verunsicherte – zum Beispiel beim  womöglich spielentscheidenden Steal zwei Minuten vor Schluss! – und zuverlässig punktete. Zum Beispiel Shkelzen Bekteshi, der nach schwacher erster Hälfte nicht verzagte und einige der wichtigsten Körbe seines Basketball-Lebens machte. Oder natürlich Nate Gibbs, der MVP des VfL, der immer zu Stelle ist, wenn er gebraucht wird – und mit einem Hechtsprung inklusive Schlittereinlage und Ballgewinn ein flammendes  Signal setzte.

Trotzdem wurde es hinten raus spannend. Die TSG hatte den 82:74-Vorsprung des VfL (34.) umgedreht, war 83:82 (37.) in Führung gegangen. Doch zwei Spieler, die an diesem Abend nicht zu den Hauptdarstellern gehörten, aber wie alle anderen ihren wichtigen Teil beitrugen, machten das 87:82: Arber Shabani nach dem Lawson-Steal und Jorey Scott. Doch bis zum 88:87 (39.) war immer noch nichts entschieden. Dann erst wurde die Müdigkeit der Gastgeber dramatisch sichtbar, ihnen gelang rein gar nichts mehr. Der VfL erzielte die letzten acht Punkte der Partie und gewann 96:87.

Kukiqis Schlusswort: „Ich habe dem Team schon vor der Saison prophezeit, dass wir zusammen etwas erleben können, von dem sie in 30 Jahren ihren Kindern erzählen können. Ich denke, dieser Abend war so etwas…“ ut

VfL: Auerbach (3/1), Bekteshi (15), Gibbs (15), Kraft (n.e.), Lawson (13/3), Pascucci, Scott (6), A.Sengül (8), E.Sengül (n.e.), Shabani (11/1), Strickland 25/3), Wanzke (n.e.).

TSG: Gförer (5), Sipotic (2), G.Tsuknidis (8/1), Schindel (2), Eroglu (19/1), Weber (2), Klay (15/1), Hoste (8), Adeboyeku (5), Dronjic (12/1), Tejada Munoz (8).


Zweiter gegen Erster: Gipfeltreffen in Reutlingen

Die Wochen der Weichenstellungen beginnen. Heute Abend (19.00 Uhr, Isolde-Kurz-Gymnasium) tritt in der Basketball-Oberliga Tabellenführer VfL Kirchheim beim Zweiten TSG Reutlingen an. VfL-Coach Bekim Kukiqi bangt um Desmond Strickland, die TSG hat einen neuen Topscorer.

Das Bein sieht wirklich nicht gut aus: Ein tiefer Riss am Oberschenkel, eine offene Stelle am Knöchel; Ellenbogen und Schulter sehen ganz ähnlich aus. Das Foto von seinem Bein postete Desmond Strickland am Mittwochabend auf facebook – die Fahrradkette war gerissen, ein harter Sturz war die Folge. Ein ärztliches Bulletin liegt noch nicht vor, aber sein Einsatz in Reutlingen ist schwer gefährdet.

Ausgerechnet jetzt! Das dürften alle Kirchheimer Beteiligten denken. Coach Bekim Kukiqi: „Ich gehe nicht davon aus, dass er spielen kann, das ist natürlich nicht gut. Aber wir können das kompensieren. “

Wenigstens scheinen alle anderen elf Spieler fit zu sein, brennen auf das Gipfeltreffen. Im Moment steht die TSG mit zwei Niederlagen auf Platz zwei, der VfL hat erst einmal verloren. Da braucht man kaum höhere Mathe-Kenntnisse, um zu prophezeien: Ein Kirchheimer Sieg wäre eine Vorentscheidung – auch wenn danach noch sieben Spiele zu absolvieren sind.

Eine seiner zwei Niederlagen hat die TSG gegen den VfL erlitten: Damals, am vierten Spieltag, setzte sich der VfL in einem höchst intensiven Match mit 79:69 durch. Die zweite Schlappe setzte es Mitte Dezember mit dem 64:72 zu Hause gegen die ebenfalls mit Amerikanern gespickten Böblinger, die mit drei Niederlagen als Dritter auf ihre Chance lauern. In den drei Spielen seither hat die Tsouknidis-Truppe – Ex-Knight Georgios (35) spielt noch gelegentlich, Bruder Vassili coacht – zweimal gerade noch so den Kopf aus der Schlinge gezogen: In Rottenburg am 19. Dezember beim 65:60 und vor einer Woche in Reutlingen, als es erst nach Verlängerung zum 85:81 reichte.

Da spielte zum ersten Mal Neuzugang Jose Angel Tejada Munoz mit und avancierte mit 20 Punkten gleich zum Topscorer. Der 25-jährige Power Forward war in dieser Saison bereits für Möhringen und Fellbach  in der zweiten Regionalliga unter Vertrag, früher war er auch längere Zeit beim MTV Stuttgart. Zusammen mit Damir Dronjic (17,7 Punkte pro Spiel) bildet er auf jeden Fall ein starkes Offensiv-Duo, das durch fünf weitere Spieler mit etwa zehn Punkten pro Spiel unterstützt wird. Ob die TSG durch Tejada Munoz aber tatsächlich stärker geworden ist, wird sich heute zeigen – beim ersten Versuch passte das noch nicht richtig zusammen.

Favorit ist so oder so der Tabellenführer, mit oder ohne Scharfschütze Strickland. Kukiqi: Wir haben uns jetzt zwei Wochen auf dieses Spiel vorbereitet, gegen Illertal einiges ausprobiert. Wir wissen, was wir zu tun haben…“ ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland (?), Wanzke.


113:37 in der Oberliga-Farce

Es kam wie fast befürchtet: Zum Oberligaspiel bei Tabellenführer VfL Kirchheim trat die BG Illertal nur mit fünf Spielern an. Ein ernst zu nehmendes Match entwickelte sich so natürlich nicht, am Ende gewann der VfL 113:37. Bemerkenswert die dennoch seriöse Einstellung der Kukiqi-Truppe über fast die ganze Spielzeit – und die drei Dreier bei drei Versuchen von Youngster Eren Sengül in den letzten drei Minuten. Am kommenden Samstag wird’s ernst: Dann steht das vorentscheidende Spiel beim Tabellenzweiten TSG Reutlingen an. ut 

VfL: Auerbach (6/2), Bekteshi (9/1), Gibbs (21), Kraft, Lawson (15/2), Pascucci (3/1), Scott (9), A.Sengül (14), E.Sengül (9/3), Shabani (13/3), Strickland (9/1), Wanzke (3).


Kukiqi: „Wir müssen auf die Zähne beißen!“

Auf den Spuren der Knights? Zumindest was die Personal-Probleme angeht, können sich die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim vor dem Heimspielauftakt 2016 gegen die BG Illertal (Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) mit den Profis durchaus messen.

Auch wenn es nur die Erledigung einer Pflichtaufgabe war, für zwei Kirchheimer Amerikaner war der Trip zur BG Remseck 2 vergangenen Samstag nachhaltig übel: Desmond Strickland kam mit einem überdehnten Ellenbogen zurück, Devontee Lawson mit einem veritablen Hexenschuss. An Training war da überhaupt nicht zu denken, mehrere Arzt- und Physio-Termine prägten die Woche. Und was Coach Bekim Kukiqi dann am Dienstag nur eine Woche nach dem Trainingsauftakt 2016 mit damals 13 Akteuren in der Sporthalle Stadtmitte antraf, war eher mitleiderregend. Denn neben Strickland und Lawson fehlten weiter auch Arber Shabani (Bronchitis – „Mich hat’s leider übel erwischt…“) und Raffa Pascucci. Kukiqis Plan, an diesem Tag dem Team seine neue Halbfeld-Press-Verteidigung näher zu bringen, war so natürlich nicht durchführbar. Die Hoffnung, diese Strategie gegen die eher schwächere BG Illertal am Samstag einzuüben und sie dann bei den entscheidenden Spielen in Reutlingen und gegen Böblingen als neue Waffe nutzen zu können, zerstob im selben Moment.

Heute Abend beim Abschluss-Training in der Sporthalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums geht es deshalb nur noch darum, einigermaßen vorbereitet dem Tabellenachten entgegenzutreten zu können.

Der hat immerhin schon vier Siege auf dem Konto, und geht mit dem Selbstvertrauen ins Spiel, den Jahresauftakt gegen die (allerdings dezimierten) jungen Wilden des SV 03 Tübingen 76:72 gewonnen zu haben. Die anderen drei Siege gelangen zum Saisonauftakt gegen den Tabellenletzten TSV Eriskirch (91:77), dann beim Drittletzten BG Remseck 2 (76:70) und gegen den Vorletzten TV Rottenburg (80:74).

In dem ausgeglichenen Team punkten gleich sieben Spieler zweistellig, doch das Personal, das zu den Spielen antritt, ist selten dasselbe. Zu allen elf Spielen hat es kein Akteur geschafft, nur Julian Buntz (10 Spiele, 12,5 Punkte pro Spiel), Rajiv Althaus (10, 12,3) und Marco Rudhart (10, 10,6) waren wenigstens zehnmal dabei. Die Topscorer Simon Stromeck (5, 16,4) und Argzon Begu (2, 14,0) helfen dem Team nur selten. Gelegentlich tritt die BG auch schon mal mit sieben Spielern an, nach Böblingen am 5. Dezember schafften es sogar nur fünf…

Keine Probleme für Tabellenführer VfL also? Normalerweise nicht. Aber wer weiß, wer es am Samstag spielfähig in die Halle schafft? Coach Bekim Kukiqi ist dennoch nicht bange: „Wir werden Illertal gerade wegen unserer eigenen Probleme gewiss nicht unterschätzen und unseren Zuschauern auf jeden Fall ein Spektakel bieten.“ Für ihn ist klar: „Wir sind jetzt in einer Phase der Saison, wo man auf die Zähne beißen muss!“ Gleichzeitig denkt er an die Zukunft: „Viel wichtiger ist es, dass wir uns in der nächsten Woche vernünftig auf das Spiel in Reutlingen vorbereiten können.“

Der Countdown läuft. Am Samstag um 19.30 Uhr wird er kurz unterbrochen… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson (?), Pascucci (?), Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani (?), Strickland (?), Wanzke.


Kein Spaß für den Spitzenreiter: Holperstart ins neue Jahr

26 Minuten brauchten die VfL-Oberliga-Basketballer, um beim Jahresauftakt bei der BG Remseck 2 den Rost aus den Knochen zu schütteln. Dann machten sie aus einem 53:49 noch den souveränen 78:56-Sieg.

So wird das nichts mit Meisterschaft und Aufstieg. So wird es aber auch nicht bleiben! Mit einer eher schwächeren Leistung hat Oberliga-Tabellenführer VfL Kirchheim seine Spitzenposition beim Kellerkind BG Remseck verteidigt und sich ins Jahr 2016 geholpert. Erst in den letzten 14 Minuten und mit einem 25:7-Lauf kam das Team von Coach Bekim Kukiqi zum einigermaßen standesgemäßen 78:56.

Der zeigte nach dem Spiel reichlich Gelassenheit: „Die BG war der erwartet unangenehme Gegner. Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis wir unseren Rhythmus wiederfinden würden. Man konnte auch darauf warten, dass Remseck nachlässt.“

Das dauerte allerdings, und bis dahin war das Spiel gewiss kein Spaß für den Spitzenreiter. Zum Glück hatte Kapitän Shkelzen Bekteshi, der in Abwesenheit des erkälteten Arber Shabani deutlich mehr Verantwortung übernehmen musste, einen echten Sahnetag erwischt: Seine 30 Punkte bedeuten nicht nur Saisonbestleistung für ihn, sondern überhaupt für sein Team. Kukiqi: „Da hat sich natürlich bemerkbar gemacht, dass er die ganzen Ferien mit den Knights trainiert hat.“ Bekteshi verbesserte zudem mit sieben Treffern bei acht Freiwürfen seine bisher miserable Quote in dieser Disziplin deutlich.

Ansonsten ging lange nicht viel zusammen, doch davor hatte der Coach ja schon beim Abschlusstraining gewarnt, nach gerade mal anderthalb Trainingseinheiten vor diesem Spiel und vier Wochen Wettkampfpause. „Wir waren in der Abwehr immer einen Schritt zu langsam und in der Offensive fehlte komplett der Rhythmus. Da war es für die Jungs gar nicht so einfach, ruhig zu bleiben.“

In der Pause (42:38) stellte Kukiqi sein Team noch einmal neu ein, und wenn es auch noch ein paar Minuten dauerte, der VfL fand langsam in die Spur. „Mit der zweiten Hälfte können wir einigermaßen zufrieden sein, vor allem mit der Verteidigung.“ In den ersten sechs Minuten gelangen den Gastgebern um Topscorer Jochen Mikait noch einmal elf Punkte zum 53:49, doch das war es dann – bis zur Schluss-Sirene schaffte die BG nur noch sieben Zähler. Trotzdem verteilte Kukiqi ein Sonderlob: „Hut ab vor der BG, die haben das lange sehr gut gemacht.“

Leider verletzte sich Devontee Lawson, wie Nate Gibbs gehandicapt durch einen hartnäckige Erkältung als Erinnerung ans VfL-Camp und außer bei einem spektakulären Alley-oop-Dunk kaum zu sehen, dann noch am Rücken. Selbst am Sonntagabend konnte er noch nicht Entwarnung geben: „Ich kann mich kaum bewegen, es tut richtig weh.“

Wie geht es weiter? Nach diesem „idealen Warm-up-Gegner“ (Kukiqi) erwartet der VfL am kommenden Samstag zur Heimpremiere 2016 den Tabellenachten BG Illertal, der am Samstag mit dem 76:72 gegen Tübingen 2 einen einigermaßen überraschenden Heimsieg feierte. Danach folgen die Partien gegen die beiden – nach der 69:82-Niederlage der TSG Söflingen in Konstanz – einzig verbliebenen Titel-Konkurrenten Reutlingen (auswärts, 30.1.) und Böblingen (zu Hause, 20.2.). ut

VfL: Auerbach (8/1), Bekteshi (30/3), Gibbs (18), Kraft, Lawson (3), Pascucci, Scott (6), A.Sengül (2), E.Sengül, Strickland (9), Wanzke.

BG: Eisemann (4), El Khatib, März (2), Merz (14), Mikait (20/2), F.Mörbe, J.Mörbe (7), Pfisterer (9/1), Wagner.


Vorsicht vor der Aufwärm-Hürde

Noch kein einziges Heimspiel hat der Gastgeber der Kirchheimer Oberliga-Basketballer am Samstag (18.00 Uhr, Lise-Meitner-Gymnasium) gewonnen. Dennoch sollte man die Regionalliga-Reserve der BG Remseck ernst nehmen. 

Vier Wochen ist es her, das letzte Spiel des Tabellenführers der Oberliga Ost. Insofern erscheint die Konstellation recht günstig: zum Rückrunden-Auftakt muss der VfL Kirchheim „nur“ zum Tabellenneunten BG Remseck 2, der seine sechs Heimspiele bisher allesamt verloren hat. Doch Kirchheims Coach Bekim Kukiqi warnt: „Das ist durchaus ein unangenehmer Gegner, um das Jahr zu starten. Die sind nicht so schlecht, wie es die Tabelle vorgaukelt.“

Zwei dieser Heimspiele hat die BG schließlich äußerst knapp verloren, und das jeweils gegen Teams der oberen Hälfte: Beim 78:81 gegen Mitaufsteiger BG Tamm/Bietigheim und beim 68:69 gegen den Fünften Konstanz reichte es fast zum Sieg. Dafür hat die Zweite Mannschaft des Regionalliga-Achten – bei der übrigens kein einziger in der höheren Spielklasse  zum Einsatz kommt – die letzten beiden Auswärtsspiele bei den Kellerkindern Rottenburg (68:57) und Eriskirch (85:73) am Ende des Jahres gewonnen.

Im Spiel hängt sehr viel von Topscorer Jochen Mikait ab, der mit 19,1 Punkten pro Spiel immerhin Siebter in der Liga ist, noch vor VfL-Mann Nate Gibbs (18,4). Hinter ihm punkten noch Dennis Tabler (9,2), Hannes Pfisterer (9,1), Luca Wagner (7,8) und Max Merz (7,1) einigermaßen regelmäßig.

Beim VfL freute sich Kukiqi beim ersten Training am Dienstag darüber, seinen kompletten Zwölferkader in der Sporthalle Stadtmitte begrüßen zu können. Nur Nate Gibbs und Devontee Lawson plagten sich mit Erkältungen – wohl eine Folge ihres tollen Engagements beim VfL-Knights-Camp, als beide jeweils fast den ganzen Tag über in der Halle standen und abends dann auch noch mit den Knights-Profis trainierten.

Kukiqi ist, wie sollte es anders sein, wenn der Erste beim Neunten antritt, optimistisch: „Wir wollen unser Spiel machen und in den Rhythmus kommen. Ich denke nicht, dass wir Remseck unterschätzen.“

Nach der langen Pause und nur zwei Trainingseinheiten gilt die BG dennoch als Aufwärm-Gegner, genau wie die BG Illertal am Samstag darauf in der Sporthalle Stadtmitte. Denn danach wird es richtig ernst: Das Auswärtsspiel beim Zweiten Reutlingen (8:2 Siege) steht auf dem Programm, anschließend die Heimaufgabe gegen den Vierten Böblingen (7:3). Man kann sich sehr leicht ausrechnen, was vier Siege in diesen vier Spielen für die Aufstiegs-Ambitionen des VfL Kirchheim bedeuten würden… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Halbzeit-Fazit: Fast alle Ziele erreicht

Die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim ziehen nach Ende der Vorrunde Bilanz. Ein Fakt überstrahlt natürlich alles: Der Aufsteiger steht auf Platz eins!

Tabelle

Coach Bekim Kukiqi ist derzeit ein zufriedener Mensch. Der seit dem Frühjahr zweifache Vater kann neben dem privaten Glück auch auf ein Jahr im sportlichen Nebenberuf zurückblicken, das erstens außerordentlich war und zweitens die Erfüllung fast aller Wünsche brachte. Im Leistungssport nennt man das allerdings Ziele, denn Wünschen allein hilft natürlich wenig.

Nach dem Aufstieg in die Oberliga im März gelang die Zusammenstellung eines sagenhaft starken Kaders, und schon bald formulierte der 34-Jährige sein Hauptziel für die neue Saison: „Wir müssen aus diesen Stars eine Mannschaft formen. Die sollen sich in 30 Jahren an diese Saison erinnern und dann sagen, was für ein geiles Team das damals doch war.“ Und jetzt, kurz vor Weihnachten, spricht alles dafür, dass tatsächlich etwas zusammen gewachsen ist. Kukiqi: „Die Truppe harmoniert, sie unternehmen viel zusammen, und bei den Spielen unterstützen sie sich super gegenseitig. Ich denke, das Ziel ist erreicht.“

Was gar nicht so einfach war. Aber alle haben für den Erfolg zurück gesteckt, inzwischen beschwert sich keiner mehr, wenn er mal ausgewechselt wird – was für Spieler, die es gewohnt waren, 35 Minuten auf dem Feld zu stehen, gewiss eine echte Aufgabe ist. Vor allem nach dem Ausrutscher in Konstanz, als die Mannschaft ohne ihren Coach, der seinen kranken Vater in Köln besuchte,  82:83 verlor, rückten alle zusammen.

Kukiqi wollte auch ganz ausdrücklich „keinen mit 20 oder 30 Punkten, sondern möglichst fünf, sechs Spieler mit zweistelliger Punktzahl.“ Auch dieses Ziel wurde fast erreicht: Mit Nate Gibbs (18,4), Desmond Strickland (14,9), Arber Shabani (14,1) und Shkelzen Bekteshi (11,5) haben vier Akteure mehr als zehn Punkte pro Spiel, es folgen dichtauf Devontee Lawson (9,5), Akant Sengül (8,7) und Jorey Scott (8,6).

Beeindruckend auch, dass es bei den zehn Spielen fünf verschiedene Topscorer gab: Gibbs (4-mal), Shabani (2), Bekteshi (2), Strickland (2) und Lawson (1), alle waren schon mal ganz vorne im Team-Ranking. Das macht es für jeden Gegner natürlich immens schwer, sich defensiv entsprechend einzustellen.

Ein weiteres Teilziel, das zunächst utopisch klang: Zehn erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe pro Spiel. Und tatsächlich: 103 Einschläge von ganz weit draußen mussten die zehn VfL-Gegner hinnehmen, und zwar von fast allen Kirchheimer Spielern! Problem für die Kontrahenten: siehe oben!

Plan Nummer vier: Die beste Mannschaft von der Freiwurflinie sein. Mission erfüllt: Mit 71 Prozent Trefferquote (169:238) liegt der VfL da vor Tamm/Bietigheim (69,5) und Reutlingen (67,5) auf dem ersten Platz, auch wenn sich der Coach weiter die 75-Prozent-Marke erträumt. Und wenn nicht der sonst so sichere Shkelzen Bekteshi (5:13) weit unter seinen Möglichkeiten geblieben wäre („Ich weiß selbst nicht, was da los ist…“), wären diese 75 Prozent sogar jetzt schon möglich gewesen.

Der VfL hatte natürlich auch die komfortable Situation, dass sieben Spieler des 13er-Kaders (nach dem Wechsel von Damien Morrow nach Böblingen sind es jetzt noch zwölf) alle zehn Spiele mitmachen konnten. Wenn man da an die Verletzungs-Misere bei den Knights  denkt…

Wenn das so weiter geht, spricht wirklich sehr wenig dagegen, dass auch das letztendliche Hauptziel erreicht wird: Aus der Herbstmeisterschaft den Titel basteln und den damit verbundenen Aufstieg in die zweite Regionalliga. Schon Mitte Februar, nach den Spielen beim Zweiten Reutlingen (30.1.) und zu Hause gegen den Dritten Böblingen (20.2.), könnte da ziemliche Klarheit herrschen.  Noch zwei Monate… ut

VfL: Gibbs (184 Punkte/10 Spiele, 18,4 Punkte pro Spiel, 13 Dreier, 68,8 % Freiwurf-Quote), Strickland (149/10, 14,9, 24, 91,2), Shabani (141/10, 14,1, 22, 80,6), Bekteshi (115/10, 11,5, 18, 38,5), Lawson (95/10, 9,5, 13, 70,0), A.Sengül (87/10, 8,7, 79,3), Scott (60/7, 8,6, 60,0), Auerbach (41 /9, 4,6, 10, 70,0), Pascucci (23/8, 2,9, 3, 66,7), Wanzke (5/10, 0,5, 50,0), E.Sengül (2/5, 0,4), Kraft (2/8, 0,2, 50,0).

Highlights of Devontee


Highlight-Show in der Uhlandhalle

Mit einem sehr souveränen Auftritt hat sich Oberliga-Spitzenreiter VfL Kirchheim in die Winterpasue verabschiedet. Beim 82:53 beim SV 03 Tübingen 2 war vor allem die erste Hälfte eine tolle Show voller Höhepunkte.

„Ich bin so stolz auf diese Truppe! Ich genieße jeden Moment mit ihr und bin so dankbar, ihr Coach sein zu dürfen.“ Mit diesen wahrlich weihnachtlichen Worten schickte Trainer Bekim Kukiqi nach einer tollen Vorrunde sein Team in den Weihnachtsurlaub. Zuvor hatte Kukiqi „die beste erste Halbzeit“ in dieser Saison gesehen. Bei den jungen Wilden des SV 03 Tübingen (Durchschnittsalter: 17,4 Jahre!) brannten seine Jungs in der ersten Hälfte eine echte Highlight-Show ab – und Tübingen beteiligte sich daran! Denn den Reigen der sehenswerten Aktionen startete der 16-jährige Marko Bjelosevic mit drei blitzsauberen Dreiern nacheinander, die die Gastgeber 9:6 (3.) in Führung brachten. Dann aber zeigte der VfL, wer Herr in der Uhlandhalle war. Ein 17:0-Lauf, vor allem über die Center Jorey Scott und Nate Gibbs (drei Dreier!) herausgespielt, drehte die Partie und brachte sie in die endgültige Richtung. Der Stand nach zehn Minuten: 30:18!

Tolle Blocks auf beiden Seiten und zwei Alley-oops prägten den zweiten Abschnitt. Besonders die Aktion, als Arber Shabani den Ball Richtung Hallendecke warf und alle dachten „Vielleicht ein bisschen hoch…“, hätte in jeder NBA-Top-Ten ihren Platz gefunden. Denn: Von wegen zu hoch! Angeflogen kam schließlich Devontee Lawson, griff sich die Kugel weit über Ring-Niveau und hämmerte sie durch die Reuse. Aber auch Tübingen zeigte ein ähnliches Anspiel, konnte im Ganzen aber natürlich nicht wirklich mithalten. So führte der VfL zur Pause 49:26, dieser Fisch war geputzt!

Dass die zweite Hälfte dann weit weniger spektakulär war, störte niemand, beeindruckend war allerdings die weiterhin unermüdliche Ganzfeld-Presse der jungen Tübinger. Nützen konnte es ihnen natürlich nichts, aber Coach Manu Pasios dachte dabei auch mehr an die Zukunft als an dieses Spiel.

Schaut man beim VfL nach vorne, kann man natürlich derzeit große Zuversicht verspüren. Die Mannschaft hat sich gefunden, passt auch menschlich immer besser zusammen. Wie sie sich am Samstag gegenseitig anfeuerte, machte Eindruck. Und wie sie die Probleme der letzten Woche – drei Spieler angeschlagen, einer krank – weggesteckt hat, ebenfalls.

Im neuen Jahr geht der Blick natürlich auf das große Spiel beim Zweiten TSG Reutlingen (am Samstag knapper 65:60-Sieger beim Tabellenletzten Rottenburg…) am 30. Januar. Vorher gibt’s zum warm werden noch die Partien in Remseck und gegen Illertal. ut

VfL: Auerbach, S.Bekteshi (9/1), Gibbs (23/3), Kraft, Lawson (6), Pascucci (3), Scott (15), A. Sengül (10), E. Sengül, Shabani (4), Strickland (10/2), Wanzke (2).

SV 03: Abele (3/1), Bjelosevic (16/3), Borras Cruzado, Bristina (5/1), Hiller (5), Konrad, Liebelt, Nadjfeji (2), Papadopoulos, Saddedine (5/1), Skaistlauks (9/1), Sorgius (8).


Schwere Aufgabe beim Seriensieger

Einen großen Brocken bekommen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer zum Abschluss der Vorrunde vorgesetzt: Der SV 03 Tübingen 2 hat zuletzt viermal in Folge gewonnen.

Herbstmeister ist der VfL schon, doch jetzt sollte kurz vor Weihnachten möglichst niemand ins Festmenü spucken. Genau das haben allerdings die jungen Wilden der Regionalliga-Reserve des SV Tübingen vor, die am Samstag um 17.00 Uhr den Spitzenreiter in der Uhlandhalle empfangen. Und die Gefahr ist für die Truppe von Coach Bekim Kukiqi gar nicht einmal so gering: „Wenn man die spielen lässt, werden sie brandgefährlich“, weiß der, und zuletzt haben die Gegner sie offensichtlich zu viel spielen lassen: Vier Siege nacheinander hat das Youngster-Team, das sich vor allem aus NBBL-Spielern zusammensetzt, in den vergangenen Wochen eingefahren. Doch von vorn: Nach zwei Erfolgen zum Start gegen die Kellerkinder Remseck 2 (70:47) und Illertal (77:69) setzte es gegen die Spitzenteams Reutlingen (69:96), Konstanz (40:72) und Böblingen (85:87) drei Niederlagen, doch dann wurden hintereinander Rottenburg (78:74), Titel-Mitfavorit Söflingen (76:72), Eriskirch (90:75) und vor einer Woche Tamm/Bietigheim (94:87) bezwungen.

Entscheidend ist natürlich immer, wer von den Supertalenten gerade nicht anderweitig in der Nachwuchs-Bundesliga oder der Regionalliga gebraucht wird. Jeferson Hiller (12,7 Punkte im Schnitt) und Felix Sieghörtner (17,5) haben zum Beispiel erst drei beziehungsweise zwei Spiele mitmachen können, der Ex-Kirchheimer Yannick Abele (6,2) war fünfmal dabei. Topscorer ist einer, der schon unter Pasko Tomic  in der VfL-U14 Oberliga gespielt und im Team von Uli Tangl im Juni 2013 beim bisher einzigen Kirchheimer Anlauf auf die JBBL mitgewirkt hat: Marko Bjelosevic fehlte erst ein einziges Mal und kommt auf 13 Punkte pro Spiel.

Und der VfL? Der hat alle Mann an Bord und will alles geben, dass das anschließende Weihnachtsessen zur Feier der Herbstmeisterschaft in der Tübinger Wurstküche nicht verdorben wird. Kukiqi: „Alle sind heiß, es den Tübingern zu zeigen, wer das Topteam der Liga ist.“

Im Training unter der Woche bereitete Kukiqi, vor dem VfL-Engagement ja in Tübinger Diensten, seine Truppe explizit auf das zuweilen wilde Spiel des Tabellensechsten (6:3 Siege, punktgleich mit Söflingen, Konstanz und Böblingen) vor, Überraschungen soll und wird es keine geben.

Gelingt der erwartete Sieg, wäre einer der Verfolger deutlich abgehängt, ein weiterer wird beim Duell Böblingen gegen Konstanz Federn lassen und aus diesem Kreis ausscheiden.

Es ist also angerichtet. Danach folgen die Winterferienpause und anschließend die Partien gegen die Kellerkinder Remseck 2 und Illertal. Bevor es am 30. Januar wirklich ernst wird mit dem Spiel beim Zweiten TSG Reutlingen. Bis dahin heißt es dennoch volle Konzentration, auch wenn schon klar ist, was Center Jorey Scott so ausdrückt: „Es ist ein bisschen schade, dass wir nicht in einer besseren Liga spielen.“ Aber das kann man ja ändern… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Mit Pflichtsieg zur Herbstmeisterschaft

Das am Ende erwartet klare 110:83 der VfL-Oberliga-Basketballer gegen den Tabellenletzten TSV Eriskirch wurde überschattet von der schweren Verletzung des Ex-Kirchheimers Marsel Sibinovic.

Tatsächlich hatten die Eriskirchener dann doch sechs Spieler zusammengebracht, was Anfang der Woche ja noch gar nicht sicher war. Dass die Partie Erster gegen Letzter dadurch weiter an sportlichem Wert verlor, focht die Kirchheimer am allerwenigsten an – Coach Bekim Kukiqi: „Ich denke, wir sind die Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen. Dass nicht immer 100 Prozent möglich waren, ist verständlich.“

Shabani: Vier von vier Dreier

Vor allem im ersten Viertel hielten die Gäste sehr gut dagegen, trafen fast aus allen Lagen, während beim VfL die Scharfschützen öfters vor Verwunderung, wie frei sie gegen die „Winke-Winke-Zone“ der Gäste von außen werfen konnten, das Ziel verfehlten. Ausnahme: Arber Shabani. Alle seine vier Dreierversuche im ersten Viertel saßen, so dass dem VfL beim  24:23 die Blamage erspart blieb, nach zehn Minuten zurück zu liegen.

Sibinovic: Verdacht auf Kreuzbandriss

Kurz vor Ende des ersten Viertels passierte dann das, was das Spiel fast zur Nebensache machte: Marsel Sibinovic, der Ex-Kirchheimer in Reihen des TSV Eriskirch, geriet im Gewühl unter dem Korb ins Straucheln und brach mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Er wurde später vom Notarzt abgeholt, war dann glücklicherweise zum Spielende wieder zurück vom Krankenhaus. Vorläufige Diagnose: Verdacht auf Kreuzbandriss. Es wäre nicht sein erster. Auf die Frage, warum er schon wieder stehen könne, antwortete der 24-Jährige: „Beim ersten Mal habe ich sogar noch weiter gespielt…“

Eriskirch war danach also zu fünft, ohne Auswechselmöglichkeit – und hielt weiter tapfer dagegen. Zur Pause führte der VfL lediglich 49:40.

Bekteshi: Good bye shooting slump

Wenigstens die Punkteproduktion war einigermaßen konstant bzw. leicht ansteigend: 24, 25, 27, 34. Hauptverantwortlich für die Zunahme in der zweiten Hälfte war Shkelzen Bekteshi. Sechs Viertel lang – das komplette Spiel in Söflingen, am Samstag die erste Halbzeit – hatte der sonst so zuverlässige Scorer gerade mal vier Pünktchen zustande gebracht, steckte tief im „shooting slump“. Jetzt explodierte er förmlich, traf von außen, bei Fastbreaks und mit Drives. Über ein Drittel der 61 Punkte nach der Pause gingen auf sein Konto, und logischerweise war es dann auch er, der den dritten „Hunderter“ des VfL in dieser Saison perfekt machte.

Stark im Aufwind auch Center Akant Sengül, der mit 18 Punkten eine neue persönliche Oberliga-Bestmarke aufstellte.

Pascucci: Willkommen zurück

Natürlich hatte Coach Kukiqi an diesem Abend die Möglichkeit, alle zwölf Spieler aufs Feld zu bringen. Fast zehn Minuten bekam dabei auch einer, der schon weg war: Raffaele Pascucci wurde von Kukiqi nach dem Abgang von Damien Morrow gebeten, seine Entscheidung zu überdenken, mit Erfolg. Kukiqi: „Ich konnte ihm natürlich jetzt mehr Minuten anbieten. Dazu kommt: Raffa ist so eine positive Erscheinung, er ist im Team sehr beliebt. Wir sind deshalb alle froh, dass er wieder da ist.“

VfL Kirchheim: Herbstmeister!

Einen Spieltag vor Abschluss der Hinrunde hat der VfL übrigens die Herbstmeisterschaft sicher. Die TSG Reutlingen verlor zu Hause 64:72 gegen die SV Böblingen und hat nun zwei Niederlagen auf dem Konto. Selbst eine Niederlage beim Tabellensechsten SV 03 Tübingen 2 am kommenden Samstag könnte daran nichts ändern: Der VfL hat den direkten Vergleich ja 79:69 gewonnen. ut

VfL: Auerbach (11/3), S.Bekteshi (24/3), Gibbs (15), Kraft, Lawson (3), Pascucci (5/1), Scott (6),  A.Sengül (18), E.Sengül, Shabani (18/4), Strickland (10/2), Wanzke.

TSV: Ewert (13/1), Kovacevic (23/2), Rado (25/2), Sibinovic (4), Spitale (16/3), Zick (2).


Pflichtaufgabe gegen den Mitaufsteiger

Anfang des Jahres war es noch der absolute Landesliga-Hit, jetzt heißt es Spitzenreiter gegen Schlusslicht: Am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) empfangen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer den TSV Eriskirch.

Anfang der Woche hatte TSV-Abteilungsleiter Ahmad Dadgar noch um eine Verlegung gebeten, da er nicht genügend Spieler zur Verfügung hätte. Staffelleiter Jürgen Unger wies ihn allerdings darauf hin, dass auf dem Mannschaftsmeldebogen 26 Spieler stünden und es so wohl möglich sein müsse, fünf bis acht Akteure aufzubieten. Aber auch VfL-Coach Bekim Kukiqi wollte von einer Verlegung nichts wissen: „Das ist die Oberliga! Da tritt man eben mit denen an, die da sind.“ Im dicht gedrängten Spielplan im neuen Jahr wäre es zudem schwer gewesen, einen Termin zu finden.

Womöglich hat der Wunsch des TSV ja auch damit zu tun, dass die Zwillingsbrüder Damir und Denis Smajlagic seit Anfang November zu ihrem Stammverein TSB Ravensburg zurückgekehrt sind und bisher noch kein Ersatz gefunden werden konnte.

Schwer hat es der Aufsteiger so oder so. Nach dem Aufstieg über die Relegation klappte nicht mehr allzu viel, namhafte Verstärkungen blieben aus – bis auf den Kirchheimer Marsel Sibinovic (24), der in Biberach studiert und nach den Sommerferien zu den Friedrichshafener Vorstädtern stieß. Marsel, immerhin mit ein bisschen Regionalliga-Erfahrung bei der TS Göppingen und etwas mehr Oberliga-Erfahrung beim VfL, führt auch die interne Korbjägerliste an – mit allerdings gerade mal 13,6 Punkten pro Spiel vor den altgedienten Damir Kovacevic (13,4), Robin Ewert (12,7) und Dominik Fischer (10,4). 

Diese Truppe war bisher gerade mal gut genug für einen Sieg, das 74:70 im Oktober bei Kirchheim-Bezwinger TV Konstanz. Danach gab es fünf Niederlagen in Folge, am vergangenen Wochenende das bittere 75:90 zu Hause gegen die Youngster des SV 03 Tübingen 2. Marco Bjelosevic (Jahrgang 1999!), vor zwei Jahren auch einmal beim VfL, erledigte mit 37 Punkten den TSV fast im Alleingang.

Aber auch der Spitzenreiter Kirchheim ist nicht völlig sorgenfrei. Am Mittwoch verließ Damien Morrow das Team, grußlos. Nach einer indiskutablen Leistung in Söflingen erschien er am Dienstag nicht zum Training, am Mittwoch kam der Freigabe-Wunsch vom Oberliga-Konkurrenten SV Böblingen per E-Mail bei VfL-Geschäftsführer Uli Tangl an. Nach Rücksprache mit dem Coach wurde dem Wunsch entsprochen – Kukiqi: „Das war nicht die feine Art. Andererseits ist das kein großer Verlust.“ Mit acht Punkten in sieben Spielen zählte Morrow gewiss nicht zu den Leistungsträgern.

Andererseits ist der Kader, nachdem zehn Tage zuvor Raffaele Pascucci Auf Wiedersehen gesagt hatte, auf elf Spieler geschrumpft. Da darf in der Rückrunde nicht allzu viel schief gehen. Für das Spiel gegen das Schlusslicht am Samstagabend ist mit Auswirkungen dagegen auf keinen Fall zu rechnen. Noch einmal Kukiqi: „Wir nehmen jeden Gegner ernst. Aber wir sind Tabellenführer und spielen zu Hause, dementsprechend werden wir auftreten!“ ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Scott, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Mit tollem Sieg zurück an die Spitze

Mit einem fulminanten ersten Viertel haben die Kirchheimer Oberliga-Basketballer das Spitzenspiel bei der TSG Söflingen entschieden. Der sagenhaft souveräne 89:66-Sieg bringt den VfL zurück an die Tabellenspitze.

Es gab schon einige unter den VfL-Basketballern, die sich vor dem Auswärtstrip zum Tabellendritten Sorgen gemacht hatten. Tatsächlich gehörte Coach Bekim Kukiqi gehörte nicht dazu: „Ich habe die TSG beim Auswärtsspiel in Rottenburg beobachtet. Da war mir klar, dass hier nichts schiefgehen kann.“ Vor seiner Truppe posaunte er seine Zuversicht allerdings nicht aus – und die war dann auch entsprechend heiß und ging sofort ab wie Schnitzel!

Nach dem 2:3 in der ersten Minute brannten Strickland und Kollegen ein sagenhaftes Offensiv- und Defensiv-Feuerwerk ab, das die Fronten extrem frühzeitig klärte. Gerade mal ein Feldkorb wurde den Gastgebern gestattet, und auf der anderen Seite rauschten die Dreier in Serie durch die Reuse. Desmond Strickland, Arber Shabani, Tim Auerbach und sogar Center Nate Gibbs versenkten in diesen acht Minuten sieben Fernwürfe im gegnerischen Korb, dazu wurden fünf von sechs Freiwürfen verwandelt. Als das erste Viertel vorbei war, bezeugte die Anzeigentafel in der Pfizerhalle das 30:8 für die Gäste – und im Prinzip das Ende des Wettbewerbs an diesem Abend! Kukiqi drückte das so aus: „Es war danach ein bisschen schwer, sich zu motivieren…“ Die restlichen drei Viertel gingen ungefähr unentschieden aus (aus VfL-Sicht 20:18, 23:20, 16:20), Söflingen schnupperte kein einziges Mal an so etwas wie einer Wende.

Was auch daran lag, dass Ex-Bundesligaspieler Chris Grosse total an der Leine lag! Leicht an der Schulter gehandicapt, gelang dem Star der Söflinger so gut wie nichts, tatsächlich nicht einmal ein einziger Korb! „Wir haben ihm das Leben zur Hölle gemacht“, beschreibt Kukiqi etwas martialisch den Abend für den Aufbauspieler.

Der Kirchheimer Coach selbst konnte munter durchwechseln und allen einen Anteil an diesem weiteren großen Auswärtssieg geben. Am stärksten dabei Desmond Strickland und Nate Gibbs, die (womöglich nicht nur an diesem Abend) in einer anderen Liga spielten. Weiter auf einer aufsteigenden Formlinie ganz klar auch Arber Shabani und auch Youngster Tim Auerbach sowie der leicht erkältete DeVontee Lawson.

Jetzt dürfte also auch dem letzten Skeptiker in der Liga das klar sein, was Kukiqi so ausdrückt: „Wir sind schon eine Hausnummer! Es geht jetzt nur noch um Reutlingen und uns. Aber wir sind das Team, das es zu schlagen gilt.“

Nachdem die TSG Reutlingen am vergangenen Wochenende spielfrei war, hat der VfL mit gleicher Bilanz (7:1), aber dem gewonnenen direkten Vergleich wieder die Tabellenspitze in der Oberliga übernommen. In der Vorrunde geht es nun noch zu Hause gegen den Tabellen-Vorletzten TSV Eriskirch (1:7) und auswärts gegen Tübingen 2 (5:3) – unter dem Weihnachtsbaum sollte Platz eins schon liegen. ut

VfL: Auerbach (9/2), Bekteshi (2), Gibbs 16/3), Lawson (12/2), Morrow, (2), Scott (2), A.Sengül (4), Shabani (19/2), Strickland (23/3), Wanzke.


Gipfeltreffen in Söflingen

Zu einem der schwersten Auswärtsspiele überhaupt treten die Kirchheimer Oberliga-Basketballer am Sonntag (17.30 Uhr, Pfizerhalle) an: Gastgeber TSG Söflingen will genauso in die Regionalliga wie der VfL.

Alle Mann an Bord, alle gut trainiert, alle heiß auf Söflingen: Die Nachrichten vor der Fahrt in den Ulmer Vorort auf Seiten der VfL-Basketballer konnten nicht besser sein. Nur ein kleiner Wermutstropfen fiel in den Gute-Laune-Wein: Raffaele Pascucci verabschiedete sich vom Team, ihm wurde die Fahrerei von Böblingen dann doch zu viel, auch angesichts der relativ geringen Einsatzzeit, die er bekam. Coach Bekim Kukiqi bedauerte das zwar, kann den Verlust aber angesichts der zuletzt erfreulichen Leistungssteigerungen von Tim Auerbach und Damian Morrow auf den Guard-Positionen verschmerzen. Kukiqi: „Raffa hat sich trotz seiner geringen Spielzeit immer voll rein gehängt, wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen ihm alles Gute.“

Am Sonntag wird es allerdings, ganz im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Rottenburg, als das Spiel früh entschieden war und viel gewechselt werden konnte, eine eher enge Kiste. Gastgeber TSG Söflingen muss wohl gewinnen, sollen die ambitionierten Ziele nicht frühzeitig in Gefahr geraten. Mit derzeit 5:2-Siegen steht das Team von Jung-Coach Benjamin Gulde (27) noch aussichtsreich auf Platz drei hinter der TSG Reutlingen (7:1) und dem VfL (6:1), eine Niederlage würde den Abstand aber dann doch etwas zu sehr wachsen lassen – der angestrebte Regionalliga-Aufstieg würde in weite Ferne rücken.

Dazu muss die TSG den derben Rückschlag von vor einer Woche verdauen, als beim Youngster-Team des SV 03 Tübingen eine die ganze Liga überraschende 72:76-Pleite passierte. Die Niederlage zum Saisonauftakt in Reutlingen (59:78) war ja deshalb eingeplant, weil Rückkehrer Christian Große da noch nicht zur Verfügung gestanden hatte.

Um den 31-jährigen Ex-Bundesliga-Spieler dreht sich seither alles: Er macht 20 Punkte pro Spiel, trifft mehr als drei Dreier und ist von der Freiwurflinie mit 89 % Erfolgsquote fast fehlerfrei – gar nicht zu reden von den vielen Assists, die in der Oberliga aber nicht notiert werden. Nach fünf Siegen nacheinander fehlte ihm in Tübingen aber die Unterstützung.

Abteilungsleiter Andreas Bobbe weiß nicht nur deshalb: „Kirchheim ist schon Favorit“, fügt aber an: „Wir spielen zu Hause, und bei uns wird es gewiss nicht einfach zu gewinnen.“ Vor allem die hauptsächliche Ursache für die Niederlage in Tübingen, die schwache Wurfquote, hofft die TSG natürlich in der gewohnten heimischen Pfizerhalle zu verbessern. Wobei das mit der Gewohnheit so eine Sache ist: Bis Freitag konnte in der Spielhalle seit zwei Wochen nicht trainiert werden, da die Korbanlage defekt war.

Den Kirchheimern sind solche Details im Prinzip egal. Sie wollen das Spiel unter allen Umständen gewinnen, und für den gegnerischen Star hat Kukiqi gleich mehrere Sonderbewacher, die auch einem Ex-Erstligaspieler das Leben schwer machen können. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Scott, A.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Eine Startruppe wird zum Team

Nicht der 107:78-Sieg an sich, sondern die Art und Weise, wie die VfL-Basketballer ihren Oberliga-Konkurrenten TV Rottenburg beherrschten, war am Samstagabend entscheidend – und zukunftsweisend.

Das war dann doch ein Klassenunterschied! Gut 100 Zuschauer konnten am Samstag um halbacht in der Sporthalle Stadtmitte begutachten, dass ihr Heimteam tatsächlich zur Spitze der Oberliga Ost gehört. Mit dem sechsten Sieg im siebten Spiel hat sich der VfL Kirchheim nun zusammen mit der TSG Reutlingen ganz oben ziemlich fest- und sogar ein klein wenig abgesetzt. Denn die ebenfalls hoch gewettete TSG Söflingen verlor beim SV 03 Tübingen und hat nun schon zwei Niederlagen.

Gegen den TV Rottenburg ging der Plan von Coach Bekim Kukiqi, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen und dann auch den Bankspielern endlich die wohlverdiente Spielzeit zu geben, recht gut auf. Nach einem vor allem offensiv ordentlichen ersten Viertel (26:16) und einem kleinen Stottern des Motors zu Beginn des zweiten – 30:24, 13. Minute – trumpften die Center groß auf. Gut eingesetzt von den Außenspielern, aber auch extrem engagiert beim Offensiv-Rebound, sorgten Nate Gibbs und Akant Sengül im Alleingang für die nächsten 13 Punkte zum 43:26 – die Vorentscheidung. Logischerweise bekamen so auch Strickland und Co. von außen wieder mehr Platz. Garniert durch Dreier von Shkelzen Bekteshi, DeVontee Lawson und endlich auch Tim Auerbach rauschte der VfL so zum Pausenstand von 60:34 – die Fans konnten zufrieden sein.

Kukiqi war es ein besonderes Anliegen, seine „Kirchheimer“ herauszuheben: „Sehr erfreulich waren die Leistungen von Tim Auerbach und Akant Sengül. Dies hat mich persönlich sehr gefreut.“

Nach der Pause ging es gerade so weiter. Im dritten Viertel regnete es insgesamt sechs erfolgreiche Würfe von Downtwon, dazu gab es eine hundert-prozentige Quote von der Freiwurflinie. So kam es, dass das Punktekonto vor den letzten zehn Minuten bereits auf 88 angewachsen war – wer also würde für den ersten Hunderter der Saison sorgen? Nachdem der an diesem Abend starke Lawson (Highlights: Ein Alley-oop-Dunk und vier Dreier), der in dieser Phase aber etwas übermotiviert schien, gleich ein paar Angriffe verdaddelt hatte, war es Akant Sengül vorbehalten, in der 35. Minute für das 101:63 zu sorgen.

Der Rest war „Garbage-time“, die Gäste, vor allem Liga-Topscorer Victor Lopatin. machten noch ein paar Pflichtpunkte, doch eine Rolle spielte das längst nicht mehr.

Coach Kukiqi war’s zufrieden: „Ich denke, wir haben das Spiel von Anfang an sehr kontrolliert und haben Rottenburg nie wirklich ins Spiel kommen lassen. Das war eine tolle Teamleistung und wir konnten einiges ausprobieren.“

Apropos Teamleistung: Sieben Akteure punkteten zweistellig, und bis auf die letzten fünf Minuten hielt auch die Defensive sehr gut zusammen. Auch wenn das „nur“ gegen Rottenburg war: Hier wächst etwas zusammen! Aus der reinen Ansammlung von Stars zum Saisonbeginn wird mehr und mehr ein echtes Team. Das Ziel Aufstieg ist zwar noch in weiter Ferne, doch nach den letzten zehn Tagen kann wohl niemand mehr sagen, das wären reine Hirngespinste. ut

VfL: Auerbach (12/3), S.Bekteshi (11/2), Gibbs (14), Kraft, Lawson (15/4), Morrow (2), Scott (8), A.Sengül (16), E.Sengül, Shabani (10/2), Strickland (17/4), Wanzke (2).

TVR: Degel (10/3), Fleck (2), Graef (2), Grbavac (12/1), Hüls (8/2), Kallenberg (11), Lopatin (23/3), Naggay (2), Reichl, Roller (8), Solomonidis.


Das Ziel: Kein Konstanz-Deja-Vue!

Die Rollen sind klar verteilt, doch manchmal kann auch die Tabelle lügen: Der Oberliga-Zweite VfL Kirchheim muss sich am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) vor dem Drittletzten TV Rottenburg schwer in acht nehmen!

Das sieht doch ganz leicht aus! 5:1-Siege gegen 1:5! Startruppe mit Regionalliga-Ambitionen gegen Abstiegskandidat! Heim-Macht gegen Looser! Wenn am Samstagabend zur besten Basketball-Zeit der VfL Kirchheim auf den TV Rottenburg trifft, könnten oberflächliche Betrachter von einer schon vorher gemähten Wiese ausgehen. Doch die bisherige Oberliga-Bilanz des TVR könnte schwer täuschen. Die Saison begann mit einem äußerst unglücklichen 78:81 in Konstanz (dort verlor der VfL später 82:83!). Es folgte das 75:83 bei der Ami-Startruppe des SV Böblingen. Und im dritten Auswärtsspiel nacheinander gab es dann die dritte knappe Niederlage – 77:78 bei der BG Tamm-Bietigheim. Das Heimdebüt ging gegen einen der drei Ligafavoriten, die TSG Söflingen, dann wenig ansehnlich 43:53 in die Hose, bevor beim Aufsteiger TSV Eriskirch mit dem 101:90 endlich der lang ersehnte erste Sieg gelang. Ein echter Dämpfer kam dann allerdings gegen die junge Truppe des SV 03 Tübingen 2, zu Hause in der Otto-Locher-Halle gab es ein doch eher unerwartetes 74:78.

Doch auch da machte Oberliga-Topscorer Victor Lopatin (21 Jahre, bisher 191 Punkte) seine 31 Zähler, auch da hatte er allerdings  außer durch Routinier Daniel Grbavac (31) viel zu wenig Hilfe.

Unter dem Strich macht das 1:5 Siege und Platz neun, bei einer wirklich erstaunlichen Punkte-Differenz von gerade einmal minus 15!

Dem VfL sollte das zu denken geben! Schließlich hat man einschlägige Erfahrungen vorzuweisen: Vor dem Spiel in Konstanz reichte der Truppe ein laxer Blick auf die Tabelle, um mit einem sorglosen „Das-kann-gar-nicht-schiefgehen“-Gefühl anzutreten. Die Folgen sind bekannt: Das Ende der phänomenalen Siegesserie in der Kukiqi-Ära, der Fall auf Platz zwei, die Anfänge einer kleinen Krise! Die dann allerdings mit harter Arbeit im Training und dem ganz starken Sieg in Böblingen vorerst überwunden wurde. 

Man kann also annehmen, dass die Lektion gelernt wurde, jeder Gegner in der Oberliga sehr ernst genommen wird. Das sieht auch Bekim Kukiqi so: „Wir müssen von Anfang an klar machen, wer die bessere Mannschaft ist, das geht nur mit knallharter Defensive. Vor allem unseren Fans sind wir nach der langen Heimspielpause ein attraktives und erfolgreiches Spiel schuldig.“

Tatsächlich ist es schon sechs Wochen her, dass die Kirchheimer Basketball-Anhänger ihren VfL erleben durften; damals Mitte Oktober, beim tollen 79:69 gegen die TSG Reutlingen, die inzwischen mit einem Spiel mehr an der Spitze der Liga thront.

Für Samstag sind alle Spieler soweit fit. Der Plan des Trainers ist, diesmal auch die Bankspieler für ihr Engagement zu belohnen und ihnen mehr Einsatzzeit zu geben. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Stars das Feld bereiten und Rottenburg nicht ins Spiel kommen lassen. Um halbacht gilt’s! ut

VfL: Auerbach, S.Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Pascucci, Scott, A.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Den Rost abgeschüttelt: Super-Sieg in Böblingen

Ein schweres Stück Arbeit: Die Kirchheimer Oberliga-Basketballer gewinnen beim starken SV Böblingen durch einen überzeugenden Schlussspurt 87:76.

Die Helden von Böblingen: Coach Bekim Kukiqi, DeVontee Lawson, Akant Sengül,
Jorey Scott, Tim Auerbach, Marco Wanzke, Raffa Pascucci, Nate Gibbs.
(kniend) Damian Morrow, Arber Shabani, Shkelzen Bekteshi, Desmond Strickland, Tobias Kraft.

„Das war kein schönes, aber ein äußerst intensives, hartes, spannendes, insgesamt tolles Basketball-Spiel!“ VfL-Coach Bekim Kukiqi war die Erleichterung anzumerken nach diesem Duell zweier für die sechste Liga extrem hochkarätig besetzter Mannschaften, die wohl beide auch in der fünften mitspielen könnten. Dabei war die meiste Zeit die Heimmannschaft in Führung, was Kukiqi aber kein bisschen beunruhigte: „Ich habe dem Team immer wieder klar gemacht: Die Zeit läuft für uns, wir sind das bessere Team, konditionell und spielerisch. Wir werden unseren Rost schon abschütteln.“

Dieser Rost! Durch die Herbstferien und den Rückzug der SV Holzgerlingen hatte der VfL vier Wochen lang kein Spiel mehr gehabt, Testspiele waren ebenfalls keine auszumachen: Alle beschäftigt! Und das nach der ersten Niederlage in der Ära Kukiqi, dem 82:83 in Konstanz!

Der SV Böblingen war da ganz anders drauf, stand voll im Rhythmus – und wartete mit einer personellen Überraschung auf: Statt Liga-Topscorer Jeremee Davis (33 Punkte pro Spiel) stand Marques Charlton (23 Jahre) auf dem Parkett – und der ist womöglich noch einen Tick besser! Kukiqi: „Trotz seiner nur 1,80 Meter ist er kaum zu stoppen, hat einen irren Wurf.“

Nach dem guten VfL-Start (10:7, 4.) legte der US-Amerikaner los und brachte seine Farben mit zwei Dreiern 13:10 in Führung.  Zwischen der 5. Und der 25. Minute machte er 25 seiner 35 Punkte, traf fünf Dreier! Der VfL versuchte, das so gut wie möglich zu verteidigen, doch ohne großen Erfolg. So war es extrem wichtig, in der Offensive dagegen zu halten.

Das tat vor allem Shkelzen Bekteshi. Der hätte eigentlich gar nicht da sein dürfen, seine Firma hatte für das Wochenende ein Seminar in Frankreich angesetzt – und nach dem Terror vom 13. November abgesagt!  Dazu machte ihm ein dicker Knöchel zu schaffen, den er sich unter der Woche beim  C-Trainer-Lehrgang in Albstadt zugezogen hatte (da lernte auch Devontee Lawson). Bekteshi ließ sich von all dem nicht beirren, legte 26 Punkte bei fünf Dreiern (mit nur acht Versuchen!) auf.

Dennoch: Nach einer weiteren aberwitzigen Charlton-Serie – elf Punkte nach der Pause vom 41:41 zum 45:52 aus Kirchheimer Sicht – musste Kukiqi sich etwas Neues ausdenken. In der fälligen Auszeit bettelte Desmond Strickland darum, seinen Landsmann bewachen zu dürfen. Der Coach ging darauf ein – und aus war’s mit der Herrlichkeit! Nur noch acht Punkte von Charlton landeten im Kirchheimer Korb, kein einziger Dreier dabei – „Das war ein Wahnsinns-Job von Desmond!“ (Kukiqi).

Vor dem Schlussviertel lag der VfL dennoch 62:64 zurück – da brachte Kukiqi Damian Morrow. „Er hat so phantastisch trainiert, sich so rein gehängt, da musste ich ihm diese Chance geben.“ Morrow, zuvor schon fast ausgemustert, brachte frischen Schwung und vor allem ein noch höheres Tempo ins Spiel und war klar mitverantwortlich für den entscheidenden 18:4-Lauf vom 64:69 (33.) zum 82:73 (39.).

Den Sargnagel hämmerte dabei Bekteshi in die Gastgeber: Beim 76:73 traf er seinen vierten Dreier, das 79:73 etwa 90 Sekunden vor Schluss ließ sichtbar die Luft raus.

Was bedeutet dieser Sieg für die Zukunft? Sehr viel! Denn erstens wird Böblingen noch eine  wichtige Rolle spielen, kann dem einen oder anderen der Topteams ein Bein stellen – sofern das Team unter dem gewöhnungsbedürftigen Trainer Leopold Dejworek zusammen hält.

Und zweitens hat der VfL seine kleine Krise nach der Konstanz-Katastrophe hinter sich gelassen, als Team eindeutig an Substanz gewonnen. Kukiqi: „Wie die Jungs die vollen 40 Minuten zusammen gekämpft haben, war überragend. Darauf können wir aufbauen.“

Das Konstrukt aus so vielen überragenden Spielern scheint langsam zusammenzuwachsen. Wie zum Beispiel Nate Gibbs und Jorey Scott unter dem Korb gegen die klar größeren Chuks Neboh (2,15 m) und Jerome Hunter (2,08 m) wühlten und sich gegenseitig halfen, war allererste Sahne. Da macht es fast nichts, dass Akant Sengül gerade ein kleines Tief verkraften muss – die vielen Einheiten bei den Knights machen ihm sichtlich zu schaffen. Aber er wird daraus umso stärker heraus kommen! Genau das ist ja die Stärke dieses Teams: Kleine Formkrisen einzelner Spieler können von anderen kompensiert werden. Siehe auch Damian Morrow. Wie er die Rolle von Arber Shabani, der an alter Wirkungsstätte nicht zur vollen Entfaltung kam, in der Crunch Time im vierten Viertel übernahm, muss jeden Coach erfreuen.

Und in den nächsten vier Spielen bis Weihnachten werden auch die Bankspieler wieder mehr Spielzeit bekommen: Da geht es dreimal (Rottenburg, Eriskirch, Tübingen 2) gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte, unterbrochen nur vom Topspiel in Söflingen am 6. Dezember. ut  

VfL: Auerbach, S.Bekteshi (26/5), Gibbs (14), Kraft (n.e.), Lawson (5/1), Morrow (4), Pascucci (2), Scott (11), A.Sengül, Shabani (11(2), Strickland (14/1), Wanzke (n.e.).

SVB: Belai (1), Charlton (35/5), Drjeke, Feldberg,  Hunter (22), Karsch, Navermann, Neboh (2), Sanders (10/1), Tschernenko (4).


Ein ganz dicker Brocken

Nach vier Wochen Spielpause müssen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer am Samstag (19.00 Uhr, Hermann-Raiser-Halle) zum starken SV Böblingen.

Ganz hinten, der ganz Große: Chuks Neboh aus dem legendären Kirchheim-Knights-Team 2005/2006

Seit dem 24. Oktober hatte Coach Bekim Kukiqi Zeit, seinem Team das Selbstvertrauen nach der die ganze Oberliga überraschenden 82:83-Pleite beim TV Konstanz wiederzugeben. Das einzig Gute dabei: Den Rhythmus, den man am Bodensee so schmerzlich vermisste, konnte man in diesen vier Wochen nicht verlieren – er war gar nicht vorhanden! Seither hat Kukiqi im Training vor allem Wert auf die Defensive gelegt: Da ist, gemessen am individuellen Potenzial der Kirchheimer Startruppe, mit Sicherheit am meisten Luft nach oben. Und es passt auch zum Gegner am Samstag: Schließlich kann der SV Böblingen, was offensive Power angeht, fast noch mehr aufbieten als der VfL Kirchheim.

Topscorer der Liga ist nämlich der Amerikaner Jeremee Davis (25) mit 33 Punkten pro Spiel, Vierter sein Landsmann Jerome Hunter (24), der fast 22 Punkte im Schnitt erzielt. Doch damit nicht genug, noch lange nicht! Unter dem Korb räumt einer auf, der in Kirchheim bestens bekannt ist: Chuks Neboh gehörte zur legendären Meistermannschaft der Knights, die 2006 den Aufstieg in die zweite Bundesliga schaffte. Der  2,15 Meter große Riese ist zwar schon 37 Jahre alt, für die Oberliga reicht es aber immer noch. Man achte auf den Jahrgang! Auch Dirk Nowitzki wurde 1978 geboren…

Hinter den drei Amis kommen – noch einmal zwei! Steven Sanders (23), inzwischen allerdings Deutscher,  macht im Schnitt zehn Punkte,  Henry Miller (20) knappe sechs. Dazu kommen Center Alexander Feldberg (23) und Viktor Tschernenko (29), die beide für acht Punkte pro Spiel gut sind.

Man sieht: Coach Leopold Dejworek, der vor dreißig Jahren aus Polen nach Ulm kam, um in Deutschland sein Basketball-Glück zu finden, hat eine starke Truppe zusammen, die sich vor keinem Team in der Oberliga verstecken muss. Und auch nicht vor einem Regionalligisten! In den Herbstferien gewann der SVB das BBW-Pokalspiel gegen den TV Marbach mit 79:70, Hunter machte 38 Punkte!

Somit ist klar: Einen echten Favoriten gibt es bei diesem Spiel nicht. Das sieht auch VfL-Coach Bekim Kukiqi so: „Das ist ein ganz dicker Brocken. Wir müssen eine besondere Leistung zeigen, um dieses Spiel zu gewinnen. Vor allem, weil für uns nach der langen Pause die Saison praktisch wieder von vorne beginnt.“

Vielleicht helfen ja Shkelzen Bekteshi und Akant Sengül auf besondere Weise – schließlich waren beide bei der Siegesserie der Knights in diesen Wochen dabei. Wenn auch nur im Training und auf der Auswechselbank. Das Sieger-Gen dürften sie trotzdem aufgesogen haben… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


82:83 in Konstanz: Die Serie ist gerissen!

Womit keiner auch nur im Traum gerechnet hätte, ist passiert: Ausgerechnet beim TV Konstanz riss nach 24 Pflichtspielsiegen nacheinander die Superserie der Kirchheimer Basketballer – 82:83.

Ohne Coach Bekim Kukiqi, der noch am Freitagabend während des Abschluss-Trainings nach Köln zu seinem kranken Vater gefahren war, trat Basketball-Oberligist VfL Kirchheim am Samstag die Reise zum TV Konstanz an. Mit dabei: Center Akant Sengül, der dann doch nicht mit den Knights nach Essen musste, weil die die Mindestanzahl von acht Profis zusammen gebracht hatten. Ebenfalls dabei: Die drei Amerikaner Desmond Strickland, Nate Gibbs und Devontee Lawson sowie Playmaker Arber Shabani – alle leicht geschwächt durch Erkältungen zwar, aber zumindest eingeschränkt spielfähig.

In der Sporthalle am Paradies ging es dann trotz Bestbesetzung gleich richtig schlecht los. Interims-Spielertrainer Shkelzen Bekteshi: „Ich hatte ganz vergessen, dass es so etwas wie Zonen-Verteidigung gibt.“ Tatsächlich überraschten die Konstanzer den VfL mit einer sehr beweglichen Zone, Kirchheim hatte wenig Antworten. Strickland traf zwar zwei Dreier, doch nach zehn Minuten führten die Gastgeber 23:18 – das war also auch hinten viel zu wenig. Bekteshi: „Unsere Team-Defense war eine einzige Katastrophe, da gab es überhaupt keine Hilfe.“

Nach 14 Minuten war der Rückstand auf elf Punkte angewachsen (22:33), als so langsam Besserung eintrat. Und in der Halbzeitpause (35:41) entstand sogar so etwas wie ein neuer Plan gegen diese Verteidigung. Nach dem 41:49 (24.) begann dieser Plan auch greifen, Konstanz musste auf Manndeckung umschalten und Kirchheim fühlte sich etwas wohler. Stricklands Dreier zum 52:49 brachte die allererste Führung (26.), und jetzt lief es endlich einigermaßen rund. Kurz danach schien der VfL-Express auf Touren, das 60:51 (27.)  schien eine kleine Vorentscheidung.

Von wegen! Der VfL gestattete dem TVK einen 14:3-Lauf zum 63:65 (33.), die letzten Minuten versprachen Hochspannung – und wurden zur Achterbahnfahrt. Denn nach dem 73:71 für Konstanz (36.) zeigte der Favorit und Titelanwärter Stärke – 80:73 (37.) – und sofort anschließend unerklärliche Schwäche. Johannes Maier und Aljoscha Lipski trafen zwei Dreier zum 80:79, beim VfL ging gar nichts mehr, und als sechs Sekunden vor Schluss Ex-Regionalliga-Topscorer Eduard Foth zum 83:80 traf plus Bonus-Freiwurf, schien die Messe gelesen.

In einer Auszeit wurde besprochen, wie man die sechs Sekunden nutzen wollte. Foth verschoss, Shabani schnappte sich den Rebound, stürmte los. Doch anstatt einen Dreier zum Ausgleich zu versuchen, legte er den Ball zum 82:83 in den Korb – noch 3,5 Sekunden. In denen es Konstanz schaffte, mit drei Pässen die Uhr herunter zu spielen und infolgedessen den Sieg zu feiern.

Hätte Coach Bekim Kukiqi eine bessere Idee vermittelt? Das ist anzunehmen. Doch Kukiqi war nicht da.

Hätte Kukiqi dem Team eine bessere Mentalität vermitteln können? Womöglich. Aber auch er gehörte im Vorfeld ja zu denen, die nie und nimmer damit gerechnet hatten, ausgerechnet in Konstanz das Ende der Siegesserie zu erleben. Shkelzen Bekteshi: „Wir sind alle ziemlich angefressen. Ich selbst hatte schon ganz vergessen, wie es ist, zu verlieren. Wir müssen definitiv ganz viel arbeiten, um aus diesem Loch herauszukommen.“ ut

VfL: Bekteshi (11/1), Gibbs (18), Lawson (6/1), Pascucci, Scott (10, 6:12 FW), A.Sengül (2), Shabani (21/3), Strickland (14/4).


Ungewissheit vor See-Trip

Oberliga-Tabellenführer VfL Kirchheim fährt am heutigen Samstag zum Fünften TV Konstanz. Dort hat im Sommer der große Umbruch stattgefunden.

Vor der Beschäftigung mit dem Gegner stand in der Trainingswoche nach dem großen 79:69-Sieg gegen die TSG Reutlingen allerdings erst einmal die mit sich selbst: Coach Bekim Kukiqi hat zum einen mit einer Erkältungswelle zu kämpfen, dann mit der Personalnot bei den Knights und zuletzt auch mit einer VfL-internen Überschneidung. Wobei es das kleinste Problem sein sollte, dass Bankspieler Eren Sengül im Kreisliga-Spitzenspiel VfL 2 – VfL 4 gebraucht wird. Fehlen wird dagegen wohl auf alle Fälle Tim Auerbach, der einen Schultermin in Fellbach hat und es nicht rechtzeitig zur Abfahrt am Nachmittag nach Konstanz schafft. Die Chance, dass Center Akant Sengül mit im Auto sitzt, ist allerdings recht groß: Nur, wenn die Knights nicht mehr als sieben Profis aufbieten können, muss er mit zum ProA-Spiel nach Essen. Was mit den erkälteten VfL-Spielern wird, stand bis Freitagabend noch nicht fest. Etwas gehandicapt  werden Arber Shabani und das US-Trio Desmond Strickland, Devontee Lawson und Nathan Gibbs auf jeden Fall sein.

Zurück zum TV Konstanz: Der gab im Sommer aus wirtschaftlichen Gründen seine Regionalliga-Lizenz zurück und ergatterte einen Platz in der Oberliga. Vom Regionalliga-Kader sind mit Eduard Foth, Marko Radulovic und Aljoscha Lipski nur noch drei Spieler übrig geblieben, der Rest des Teams kam vor allem vom Landesliga-Fünften TV Konstanz 2.

Dass diese Truppe in der Oberliga konkurrenzfähig ist, hat sie bereits vor dem die Szene doch überraschenden 72:40 beim SV 03 Tübingen – bei dem allerdings die meisten NBBL-Spieler fehlten – am vergangenen Samstag bewiesen. Dem 81:78 zum Auftakt gegen den weiter sieglosen TV Rottenburg folgten zuvor das 58:74 beim Titelkandidaten TSG Söflingen und die 70:74-Heimniederlage gegen den VfL-Mitaufsteiger TSV Eriskirch (Marsel Sibinovic: 15 Punkte!).

Keine Frage: Der VfL fährt als Favorit an den See – die Frage ist nur: Mit welcher Mannschaft? ut

VfL: S.Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A.Sengül (?), Shabani, Strickland, Wanzke.


79:69 - Topleistung im Topduell

Aufsteiger Kirchheim hat auch in der Oberliga die Tabellenführung übernommen. Im Spitzenspiel gegen die TSG Reutlingen gewannen die VfL-Basketballer 79:69.

Noch am Sonntag zauberte Coach Bekim Kukiqi einen weiteren Neuzugang aus dem Hut. Gestatten, Jorey Scott, zwei Meter groß, 22 Jahre alt und Center. Noch am Nachmittag hatte der Amerikaner für die TG Nürtingen in der Bezirksliga fast 40 Minuten in Möhringen gespielt (26 Punkte), dann vollzog VfL-Geschäftsführer Uli Tangl vom Arbeitsplatz in Stuttgart aus den Wechsel, und um 17.30 Uhr saß Scott in der Sporthalle Stadtmitte für den VfL auf der Bank – zunächst.

Denn im Topduell Zweiter gegen Erster setzte Kukiqi natürlich zunächst auf seine bewährten Kräfte und schickte Shkelzen Bekteshi, Arber Shabani, Desmond Strickland, Akant Sengül und Nate Gibbs als erste Fünf aufs Feld. Die zeigten sich dem Anlass angemessen reichlich nervös, doch nach dem 4:6 löste Bekteshis Dreier die Verkrampfung.

Vor allem in der Defensive hat das neu zusammen gestellte Team in den letzten Wochen viel dazu gelernt, freie Würfe oder Korbleger gab es für die Reutlinger Gäste fast über die gesamte Spieldauer so gut wie nie. Auch im Kampf unter den Körben herrschte der VfL, hier wurde gut ausgeblockt, gut zusammen gearbeitet und im Notfall einfach höher gesprungen.

Nach dem 9:7 (6.) traf Center Gibbs zwei Dreier nacheinander, der eingewechselte Scott machte seine ersten Punkte unter der Teck, und mit 17:12 ging es ins zweite Viertel.

Was einigermaßen spektakulär war, auch für die fast 300 Zuschauer im Kirchheimer Basketball-Tempel. Fünf Teckstädter trugen Punkte zum 35:21 (16.) bei, zur Pause stand es 44:35 und der Weg zum Sieg und der Tabellenführung schien gefunden.

In der Kabine erinnerte Kukiqi sein Team ein letztes Mal an die Niederlage beim Testspiel vor vier Wochen: Bitte nicht noch einmal so eine zweite Halbzeit. Doch irgendwie führte das eher zur Lähmung statt zur Konzentration. Sechs Minuten lang sprang fast jeder noch so gut gemeinte Wurf wieder aus der Reuse, in der Abwehr leistete man sich kleine, aber teure Nachlässigkeiten, und plötzlich war Reutlingen beim 48:47 wieder dran.

Zwei Szenen entschieden dann womöglich das Topduell. Zunächst traf Gibbs seinen dritten Wurf von ganz weit draußen zum 51:47, dann führte Strickland ein ganz besonderes Tänzchen auf: Mit einem sagenhaften Dribbling schlängelte er sich durch drei Reutlinger, legte auf Gibbs ab – und der rammte die Kugel per Slam-Dunk zum 53:47 durch den Ring.

Die Kirchheimer Fans standen auf den Rängen, TSG-Coach Vassili Tsouknidis nahm sofort eine Auszeit, doch das Momentum war nun auf der Seite der Gastgeber. Vor dem letzten Viertel stand es 58:47 – und nach Wiederbeginn hämmerten Devontee Lawson und Shabani mit zwei Dreiern zum 64:47 (33.) den Nagel in den Sarg des Ex-Spitzenreiters – der 16:0-Lauf war damit beendet.

Das Spiel zwar noch nicht, Reutlingen verkürzte in der 38. Minute noch einmal vom 72:53 auf 72:59, doch wirklich gefährlich war das nicht mehr.   

Gefährlich war da schon eher die Attacke von Reutlingens Adeboyeku auf seinen eigenen Coach. Neun Mitspieler mussten den völlig ausgerasteten Center nach einem sehr derben Wortwechsel zurückhalten, es gab ein technisches Foul und Strickland netzte den neunten seiner neun Freiwürfe zum 73:59 ein.

Am kommenden Samstag folgt nun die Fahrt zum zuletzt stark verbesserten Tabellenfünften TV Konstanz, dann gibt es eine Pause bis zum 21. November. Viel Zeit, um diese Topleistung sacken zu lassen, das Teamgefüge weiter zu verbessern und Kraft für weitere Siege zu tanken. Das Saisonziel Aufstieg in die Regionalliga scheint seit diesem Sonntag auf jeden Fall deutlich realistischer. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi (3/1), Gibbs (25/3, 6:6 FW), Kraft (n.e.), Lawson 10/2), Morrow (n.e.), Pascucci, Scott (8), A.Sengül (8), Shabani (7/1), Strickland (18/, 9:9 FW), Wanzke (n.e.).

TSG: Adeboyeku (3), Dronjic (19/2), Eroglu (8), Gförer (13/1), John (3), Kiriakidis (3), Klay (7/1), Schindel, Seretis (9), Sipetic (4).


Topduell: Der Tag der Revanche ist gekommen

Es ist angerichtet! Zum großen Showdown der Basketball-Oberliga erwartet der Tabellenzweite VfL Kirchheim am Sonntag (17.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) den Spitzenreiter TSG Reutlingen. Beide Teams sind noch ungeschlagen.

Die Geplänkel sind vorbei, die Testspiele im Punktspielbetrieb ebenfalls – jetzt gilt es! Seit dem 19. September haben sich alle Kirchheimer Basketballer den kommenden Sonntag rot im Kalender angestrichen. Damals wurde die VfL-Startruppe beim Test-Turnier in Nellingen von der TSG Reutlingen nicht nur 77:54 geschlagen, sondern vor allem in der zweiten Hälfte regelrecht gedemütigt. Dieser Stachel sitzt immer noch sehr tief. Und soll jetzt mit einem einzigen entschlossenen Ruck herausgezogen werden!

Dass dazu alle Kräfte benötigt und ein optimaler Tag erwischt werden muss, ist allen klar. Denn was Kirchheim an individueller Klasse hat, zeigt Reutlingen als Team. Alle drei Spiele bisher wurden sehr souverän gewonnen, bei allen drei Spielen arbeitete das Team von Coach Vassili Tsouknidis, dem Bruder des Ex-Knights Georgios Tsouknidis, nahezu perfekt zusammen. Was auch daran liegt, dass der letztjährige Oberliga-Dritte sein Team zusammenhalten konnte.

Zunächst wurde der Mitfavorit TSG Söflingen, der allerdings noch ohne Ex-Bundesligaspieler Chris Grosse auskommen musste, 78:59 bezwungen, anschließend beim Kirchheimer Mitaufsteiger TSV Eriskirch (mit Ex-VfLer Marsel Sibinovic) locker 84:43 gewonnen und am vergangenen Wochenende die jungen Wilden des SV 03 Tübingen 2 mit 96:69 aus der Halle gefegt.

Auffallend dabei, aber nicht überraschend: Die TSG punktet sehr ausgeglichen! Topscorer bisher ist Damir Dronjic (16,7 Punkte pro Spiel), aber auch Nikolaos Seretis (11.0), gleichzeitig Co-Trainer, Thomas Gförer (10,3) und Olaitan Adeboyeku (10,0) punkten bisher regelmäßig zweistellig.

Was die Ausgeglichenheit angeht, kann der VfL aber dem Gegner mehr als das Wasser reichen. Tatsächlich hat Coach Bekim Kukiqi sogar sechs Spieler, die (fast) zweistellig punkten, die ersten drei gehören sogar zu den Top-ten der Oberliga: Nate Gibbs (19,7), Arber Shabani (17,0), Desmond Strickland (14,3), Devontee Lawson (12,7) sowie Shkelzen Bekteshi und Akant Sengül (beide 9,7). Schwer auszurechnen ist also auch der Gastgeber, nur das Zusammenspiel klappt noch nicht so reibungslos wie bei der TSG, die in dieser Besetzung zu großen Teilen schon seit Jahren zusammenspielt.

Zu drei Siegen hat es aber auch dem VfL gereicht, was ihn zusammen mit dem Spitzenreiter zum Duo der einzigen ungeschlagenen Teams in Württembergs höchster Spielklasse macht. Wie wichtig dabei der 87:85-Auftaktsieg gegen Mitaufsteiger Tamm/Bietigheim durch Stricklands Wunderwurf mit der Schlusssirene war, zeigt der Blick auf die Tabelle: Die BG gilt mit 2:1-Siegen inzwischen als einer der schärfsten Verfolger des Spitzenduos. Die beiden weiteren Siege gegen Remseck (81:56) und in Illertal (108:74) hatten dagegen eher Testspielcharakter und boten eine perfekte Gelegenheit, um sich einzuspielen.

Auf diesem Weg also ist die Truppe schon ein gutes Stück vorangekommen (siehe auch „Nachgefragt“), ob es am Sonntag schon reicht, um den Ligafavoriten unter Kontrolle zu halten, muss als offene Frage gelten – zumindest bis so etwa gegen 19.15 Uhr…

Der Eintritt ist übrigens wie immer kostenlos. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.

Nachgefragt

„Wir werden Meister!“

Coach Bekim Kukiqi steht vor dem Topspiel Rede und Antwort

Herr Kukiqi, vor dem Kracher gegen die TSG Reutlingen, wie ist die Stimmung im Team, wie schätzen sie die Chancen ein?

Die Stimmung ist sehr gut. Die letzten zwei Wochen ist das Team sehr zusammengewachsen.  Unsere Chancen sind sehr gut und ein Sieg wäre keine „riesengroße“ Überraschung! Reutlingen hat aber definitiv ein Team, das sehr sehr gut eingespielt ist. Wir werden uns keine Fehler erlauben können.


Beim Vorbereitungs-Turnier in Nellingen gab es eine deftige Niederlage. Was ist jetzt anders?

Unser Team in Nellingen war noch gar nicht eingespielt. Bis zu diesem Turnier hatte ich gerade mal vier Einheiten mit dem Kader. Das konnte man deutlich erkennen. Am Sonntag wird Reutlingen auf ein anderes Team treffen.

 

Wie weit ist das neue Team?

Wir haben in den letzten zwei Wochen sehr große Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wir sind aber noch nicht am Ziel. 


Was sind die Stärken, was die Schwächen des VfL 2015/16?

Die Vielseitigkeit, die dieser Kader bietet, ist enorm. Wir sind auf allen Positionen sehr stark besetzt und können unterm Korb und von draußen punkten. Eine Schwäche ist, dass wir nur zwei Trainings pro Woche haben. Als Coach kann ich nicht so ins Detail gehen, um perfekt spielen zu können.

 

Unabhängig vom Spiel am Sonntag: Was ist in dieser Saison möglich

Wir werden um die Meisterschaft mitspielen, brauchen aber noch etwas Zeit, bis wirklich alles rund läuft.

 

Ihr Tipp? Wer wird Meister?

Am Ende wird es ein spannender Kampf zwischen uns und Reutlingen. Wir werden Meister!

Info

Der Unbesiegte

Seit Coach Bekim Kukiqi im Frühjahr 2014 die erste Mannschaft der VfL-Basketballer übernommen hat, ist er in sämtlichen Pflichtspielen ohne eine einzige Niederlage.

  • Landesliga 2014/15:   16 Siege
  • Bezirkspokal 2014/15: 4 Siege
  • Oberliga  2015/16: 3 Siege

Am Sonntag steht also Pflichtspiel Nummer 24 auf dem Programm – mit der bisher schwersten Aufgabe. Wird die Serie halten?


Das Team wächst zusammen

Drittes Spiel, dritter Sieg: Die VfL-Oberliga-Basketballer zeigten beim 108:74 bei der BG Illertal eine starke Leistung – der Showdown gegen Reutlingen kann kommen!

Selten einmal hat man Coach Bekim Kukiqi so zufrieden gesehen. Und das hatte nichts mit der Qualifikation seiner albanischen Fußball-Nationalmannschaft für die EM in Frankreich zu tun! Nein, nach dem sehr souveränen 108:74 (49:30) bei der BG Illertal, das leicht auch noch deutlich höher hätte ausfallen können, verströmte der Trainer Optimismus: „Das war unsere beste Saisonleistung, ich bin stolz auf die Jungs. Das war ein großer Schritt nach vorne, das Team wächst von Woche zu Woche mehr zusammen.“

Immerhin hatte die BG Illertal auch schon ein Spiel gewonnen (91:77 zum Auftakt gegen Eriskirch) und auch in Tübingen beim 69:77 nicht schlecht ausgesehen. Kukiqi: „Ich hatte die BG deutlich stärker erwartet. Aber vielleicht lag es ja auch an uns…“

Der VfL begann konzentriert, hatte aber in den ersten vier Minuten etwas Pech im Abschluss – 6:7. Dann traf Nate Gibbs den ersten seiner drei Dreier, Desmond Strickland legte aus dem Drei-Punkte-Land nach – und Gibbs streute gleich noch einen ein. Nach einem Zweier von Strickland wurde Center Akant Sengül beim Dreierversuch gefoult und traf alle drei Freiwürfe – das komplettierte den 14:0-Lauf zum 20:7 (7.) auf etwas kuriose Weise. Zum Abschluss des ersten Viertels verwandelte dann endlich Youngster Tim Auerbach seinen ersten saisonalen Dreier, ihm schien die Spielpraxis am Samstag mit der Zweiten in der Kreisliga gut getan zu haben.

Klar, dass damit die Signale auf Auswärtssieg standen, und bis auf einige kleinere Phasen ließ der VfL auch nicht locker. 24:14 im zweiten Viertel, 34:23 im dritten, das ein wahres „Run-and-gun“-Festival war. Besonders spektakulär dabei die zahlreichen Dunkings von Devontee Lawson, der sein mit Abstand bestes Spiel für Kirchheim machte und mit 23 Punkten auch Topscorer war.

Im vierten Viertel ließ Kukiqi dann auch seine jungen Bankspieler Tobias Kraft und Eren Sengül ran, die beide ihre ersten Oberliga-Punkte verbuchten. Den hundertsten Punkt aber machte Raffaele Pascucci, ebenfalls nach einer starken Vorstellung.

Leider verballerte der VfL in den letzten drei Minuten sieben von 14 Freiwürfen, sonst wäre das Ergebnis noch höher ausgefallen – und Kukiqi hätte nicht beklagen müssen, dass sein Team unter die angestrebte 70-Prozent-Marke bei den Freiwürfen rutschte. Immer noch ist der VfL mit 67 Prozent aber die zweitbeste Mannschaft von der Linie in der Liga.

Wie auch auf der Tabelle, die zählt! Nur noch Kirchheim und Reutlingen haben eine weiße Weste, und am kommenden Sonntag steigt der große Showdown in der Sporthalle Stadtmitte (17.30 Uhr). Noch einmal Kukiqi: „Diese kleinen Phasen, wo wir abschalten, dürfen wir uns da nicht erlauben.“ ut

VfL: Auerbach (9/2), Bekteshi (6), Gibbs (12/3), Kraft (2), Lawson (23/1), Pascucci (13/1), A.Sengül (13), E.Sengül (2), Shabani (11/2), Strickland (17/3), Wanzke.


Auswärtspremiere des VfL 2.0

Jetzt wird es ernst! Nach den zwei Heimspiel-Siegen müssen die VfL-Oberliga-Basketballer zum ersten saisonalen Auswärtstrip am Sonntag (13.15 Uhr) zur BG Illertal.

Alles im Lot bisher! Trotz reichlich Sand im Getriebe des fast völlig neu zusammen gestellten Teams, praktisch einer Version 2.0 des Landesliga-Meisters 2014/15, steht Aufsteiger VfL Kirchheim in der Oberliga nach zwei Spielen mit weiterhin weißer Weste da. Ob das eigene Stärke oder der günstige Spielplan war – zwei Heimspiele gegen zwei Mitaufsteiger –, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.

Die erste Bewährungsprobe dabei ist die BG Illertal, das Gemeinschafts-Team aus Weißenhorn, Vöhringen und Senden, gleichzeitig Unterbau des ProB-Ligisten Weißenhorn Youngstars und eng mit dem Bundesligisten ratiopharm Ulm verbandelt. Das wird schon  dadurch deutlich, dass Ulms Schulkoordinator Rajiv Althaus einer der Topscorer des Teams ist: In der vergangenen Saison, als die BG auf dem siebten Platz der Oberliga landete, war er mit 12,6 Punkten im Schnitt der drittbeste Punktesammler hinter Scharfschütze Simon Stromeck (15,4, 2 Dreier pro Spiel) und Martin Teboh (17,9), der als einer der wenigen die Mannschaft verlassen hat. Denn ähnlich wie die beiden ersten Gegner des VfL, Tamm/Bietigheim und Remseck, steht auch diesmal wieder eine eingespielte Truppe auf der anderen Seite des Feldes. Das reichte bisher zu einem Sieg gegen den TSV Eriskirch (91:77) und einer Niederlage beim SV 03 Tübingen 2 (69:77).

Bei den Kirchheimern ist in punkto Zusammenspiel noch Luft nach oben, das hat man gesehen. Doch so langsam findet sich das Kukiqi-Team. Ein Problem hat man für den Sonntag auf jeden Fall: Akant Sengül musste wegen der gravierenden Personalprobleme der Knights schon am Freitagmorgen mit zum Himmelfahrtskommando nach Vechta und wird erst am Sonntagfrüh zurück in Kirchheim sein – keine idealen Voraussetzungen für ein gutes Spiel des Centers am Mittag in Senden, wo die BG ihre Heimspiele austrägt.

Trotzdem muss das Kirchheimer Starensemble als Favorit gelten. Die Truppe ist heiß und will vor dem großen Showdown am Sonntag darauf gegen den Titelfavoriten TSG Reutlingen auf keinen Fall etwas anbrennen lassen. ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Pascucci, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Pflichtsieg mit Highlight

Den erwartet souveränen Sieg fuhren die Kirchheimer Oberliga-Basketballer gegen die BG Remseck 2 ein. Beim 81:56 (36:28) überzeugte endlich auch die Abwehr – zumindest in der zweiten Hälfte.

Es war der 22. Pflichtspielsieg hintereinander, der 18. in der Liga – und es war einer der Leichteren. Die Regionalliga-Reserve der BG Remseck, gerade noch so in die Oberliga reingerutscht, wird in dieser Formation wahrscheinlich nicht viele Spiele gewinnen und direkt wieder den Gang zurück antreten müssen. Dennoch hatte das Team von Coach Bekim Kukiqi 20 Minuten lang so seine Probleme. Nach dem 8:10 (5.) gab es endlich einen kleinen Lauf  (19:10, 7.), aber Kukiqi beklagte das „sloppy play“ seiner Mannen – zu viele Aktionen wurden einfach schlampig ausgeführt, vorne wie hinten. Zur Pause stand es so 36:28, das Niveau musste als bescheiden bezeichnet werden.

Doch die Pausenansprache wirkte! Kukiqi gab seinem Team auf den Weg: „Wenn wir in der Offensive schon keinen Rhythmus finden, dann sollten wir wenigstens in der Defensive als Team auftreten – und die nötige Einstellung zeigen.“

Also hängten sich alle endlich rein, Remseck bekam anders als vor dem Wechsel keine leichten Punkte mehr geschenkt, und vorne drehte Center Nathan Gibbs auf! 15 der 19 Punkte in diesen zehn Minuten kamen von ihm, und er zeigte das komplette Paket: Unter dem Korb, eins gegen eins, aus der Mitteldistanz – und als Krönung am Ende des Viertels sogar ein Drei-Punkte-Wurf. Nach diesem 19:9 zum 55:37 war der Widerstand der Gäste gebrochen.

Bis zur 38. Minute baute der VfL, bei dem jetzt besonders der deutlich verbesserte Arber Shabani dem Spiel seinen Stempel aufdrückte, auf 81:49 davon.

Highlight dabei der krachende Alley-oop-Dunk von Flugwunder Devontee Lawson, der richtig heißlief und neun seiner elf Punkte im Schlussabschnitt machte.

Das von Kukiqi in der Pause ausgegeben Ziel, den Gegner unter 50 Punkten zu halten, torpedierte der Trainer dann selbst, als er gleichzeitig seine Bankspieler Raffaele Pascucci, Tobias Kraft, Eren Sengül (beide mit ihrem Oberliga-Debüt) und Marco Wanzke zusammen mit Center Akant Sengül aufs Feld schickte und der Gegner noch sieben unbeantwortete Punkte machte.

Doch das war natürlich nicht mehr wichtig, der zweite Saisonsieg war für den Aufsteiger und selbst ernannten Titel-Kandidaten längst in trockenen Tüchern.

Wichtiger war die klare Leistungssteigerung nach der Pause und auch insgesamt gegenüber dem ersten Spiel. Womit allerdings auch der schwache Gegner zu tun hatte. Kukiqi: „Wir passen uns dem Gegner an, wir haben noch viel zu viele Tiefen zwischen unseren Höhen, immer noch zu viele Einzelaktionen, wenig Team-Basketball.“

Was natürlich kein Wunder ist bei zweimal Training die Woche, sieben neuen Spielern und so vielen Stars.

Negatives Beispiel: Nach Lawsons Alley-oop feierte das Team – und kassierte auf der anderen Seite sofort zwei Punkte per Abstauber… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi (12/2), Gibbs (21/1), Kraft, Lawson (11/1), Morrow, Pascucci, A.Sengül (6), E.Sengül, Shabani (21/3), Strickland (9/1), Wanzke (1).

BG: Barth (5/1), El Kathib, Fugel (3/1), März (2), Mikait (16), F.Mörbe (2), J.Mörbe (4/1), Pfisterer (6), Tabler (5), Tas (13).


Kukiqi: „Wir müssen schlauer spielen!“

Nach dem mühevollen Auftaktsieg der Kirchheimer Oberliga-Basketballer kommt am Sonntag (17.30) der nächste Aufsteiger in die Sporthalle Stadtmitte. Landesliga-Vizemeister BG Remseck 2 geht als klarer Außenseiter in die Partie.

Coach Bekim Kukiqi hat dennoch keine Bedenken, dass seine Mannschaft diese Partie auf die leichte Schulter nimmt: „Ich denke, das erste Spiel, der knappe, glückliche Sieg, hat dem ganzen Team gut getan. Wir werden die BG Remseck ganz sicher nicht unterschätzen.“

Gründe gäbe es ja! Die zweite Mannschaft des letztjährigen Siebten der zweiten Regionalliga musste als Zweiter der Landesliga des Bezirks III (16:6-Siege)  durch die Relegation gegen den SV Holzgerlingen, verlor dort beide Spiele (61:69 und 69:71) und rückte erst nachträglich in die Oberliga auf. Dort gab es gleich zum Auftakt eine derbe Klatsche: Das Heimspiel gegen die extrem junge Tübinger Zweite ging 47:70 verloren, die ganze Aufstiegseuphorie dürfte zunächst einmal verpufft sein.

Dennoch lohnt es sich, das Team etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Sieben Spieler der vergangenen Saison traten vergangenen Samstag an, was bedeutet, dass die BG im Gegensatz zum VfL als eingespieltes Team gelten muss. Und wie sich das auf dem Feld auswirkt, hat man ja beim glücklichen 87:85 gegen die SG Tamm/Bietigheim gesehen. Topscorer Jochen Mikait (20 Punkte im Schnitt) ist dem Team ebenso treu geblieben wie die Mörbe-Brüder Johannes (12,7) und Frederik (6,4), dazu kommt Luca Wagner (12,1) aus dem extrem ausgeglichenen Team 14/15, bei dem fünf Spieler regelmäßig zweistellig punkteten. Nur Fabian Eisemann (11,7) und Marcel Windt (10,2) fehlten beim Auftakt.

Für den VfL geht es in diesen ersten Wochen ja vor allem darum, das neue Team zusammen zu basteln – Kukiqi: „Wir müssen die Zeit überbrücken, bis wir uns gefunden haben.“ Das ist bei zwei ernsthaften Trainingsmöglichkeiten pro Woche natürlich extrem mühsam. Dazu muss man, wie am vergangenen Dienstag, auch immer wieder mal einen Spieler beim parallelen Training an die Knights abgeben, was im Zuge der derzeit sehr guten bilateralen Beziehungen zwar akzeptiert wird, den Prozess aber weiter verlangsamt.

Am Dienstag kam noch dazu, dass Arber Shabani und Raffaele Pascucci  aus beruflichen Gründen nicht kommen konnten. So verwaltet Kukiqi den Notstand und hofft, bis zum Spitzenspiel am 18. Oktober gegen Titelfavorit TSG Reutlingen einerseits keine Punkte abzugeben und andererseits seine Truppe in die Spur zu bringen.

Für den Sonntag ist da trotz allem mit Fortschritten zu rechnen. Kukiqi will vor allem eines sehen: „Wir müssen einfach schlauer spielen!“ Denn neben den durchaus verständlichen Abstimmungsproblemen kennzeichnete vor allem die Schlussphase beim Auftakt die Anzahl an eher dummen Entscheidungen seiner Spieler. „Weniger ungeschickte Fouls, überhastete Würfe, Fehler in der Defense – das erwarte ich schon“, sagt Kukiqi.

Wenn die Mannschaft das umsetzen kann, dürfte gegen Remseck nichts anbrennen. Dann folgt das erste Auswärtsspiel bei der BG Illertal, bevor es zum großen Showdown, wieder in der Sporthalle Stadtmitte, gegen Reutlingen kommt. Das unsägliche 54:77 im Testspiel in Nellingen gegen die TSG wird dann vier Wochen alt sein – und das VfL-Team vier Wochen reifer? ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Pascucci, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Stricklands Wunderwurf rettet den Aufsteiger

Was für ein Wurf! Was für ein Spiel! Was für Fehler! Was für ein Sieg!

Auf Youtube

Das Auftaktspiel der VfL-Basketballer gegen Mitaufsteiger BG Tamm/Bietigheim war nichts für schwache Nerven. Mit der Schlusssirene entschied Desmond Strickland mit einem Wurf aus über neun Metern die Partie – 87:85.

Unser Ami-Trio: Devontee "the jumper" Lawson, Nathan "the worker" Gibbs
and Desmond "the shooter" Strickland

Der Wurf

Noch vier Sekunden auf der Uhr. Der VfL zum ersten Mal seit der 22. Minute zurück, 84:85. Coach Bekim Kukiqi hat keine Auszeit mehr. Einwurf zu Desmond Strickland. Der dribbelt einmal, noch einmal. Die Entfernung zum Korb, dort draußen halbrechts weit vor der Drei-Punkte-Linie, wird immer größer. Noch ein Schritt zurück. Jetzt sind es locker über neun Meter, fast zehn. Strickland wirft den Ball irgendwie Richtung Hallendecke. Die Kugel fliegt. Sie fliegt immer weiter. Die Schlusssirene zerreißt die irrsinnig angespannte Stille in der Sporthalle Stadtmitte. Und jetzt: Der Ball senkt sich. Und swish! Nothing than the bottom of the net! Die Halle explodiert, zwölf Kirchheimer unten in der Halle und vielleicht 70 auf den Rängen springen hoch, schreien, klatschen, liegen sich in den Armen. Gerade nochmal gut gegangen! Kukiqi: „Das war sicher ein glücklicher Sieg.“

Das Spiel

Sehr schnell zeigt sich an diesem Samstagabend der Unterschied zwischen dem Meister des Bezirks IV, dem VfL Kirchheim, und dem des Bezirks III, der BG Tamm/Bietigheim. Beim Gast spielen neun Spieler aus der vergangenen Saison mit, das Team ist in dieser Formation fast unverändert nun das dritte Jahr zusammen. Beim VfL teilen sich die Spielzeit vier Champions 14/15 und sechs Neuzugänge. Kein Wunder, dass bei den einen das Bällchen flüssig durch die Reihen läuft und bei den anderen eher Einzelaktionen das Geschehen bestimmen. Bis zur 15. Minute reicht das für ein ausgeglichenes Spiel, dann schlagen beim VfL drei Dreier-BG-Bomben in einer Minute ein und beim 24:35 droht die erste Liga-Niederlage seit April 2014. Doch beim 29:38 (19.) trifft Desmond Strickland endlich seinen ersten Dreier, Shkelzen Bekteshi legt einen nach, und bei der Halbzeit-Sirene ist die erste Krise der beginnenden Saison einigermaßen überwunden – 39:40.

Das dritte Viertel wird dann richtig stark! Arber Shabani wird langsam warm, acht Punkte bis zum 63:54 (29.) stammen von ihm. Kurz zuvor hatte es sogar 60:49 gestanden, vor allem einige Ballgewinne mit anschließenden einfachen Korberfolgen bringen den VfL auf die Siegerstraße – glaubte auch Kukiqi: „Da dachte ich wirklich: Game over!“

Doch nach dem 71:61 (33.) beginnt die Zeit der Fehler.

Die Fehler

Viel zu hastige Abschlüsse, verlegte Korbleger (Shabani: „Nach meiner Nasenoperation fehlt mir ein Vierteljahr Training“), viele Fouls, darunter das eine oder andere, was man nicht hätte pfeifen müssen, aber auch ein zwei eher dumme (Bekteshi: „Keine Ahnung, was da in mich gefahren ist“), ängstliche Abwehrarbeit auch wegen der Foulbelastung – 18 Sekunden vor Schluss führt der Gast 85:84. Kukiqi nimmt eine Auszeit, doch seine Jungs sind weit davon entfernt, den besprochenen Plan umzusetzen. Am Ende ballert Shabani einen Verzweiflungsdreier, der nie und nimmer getroffen hätte. Doch ein Bietigheimer blockt den Ball in die Zuschauerränge. Die Gästespieler drehen alle fast durch: Was für ein Block! Das muss der total überraschende Auswärtssieg sein.

Der Sieg

Doch dann kommt Strickland! Und alles ist wieder ganz anders. Kukiqi: „Ich könnte mir vorstellen, dass dieser irre Sieg für mein Team fast besser war als einer mit 20 Punkten Vorsprung. Ich denke, dieses Erlebnis hat uns zusammengeschweißt.“

Das scheint auch dringend notwendig. Denn da klappt noch nicht viel in diesem Ensemble von Stars und Scorern, das changiert auf dem Spielfeld zwischen zu viel und zu wenig Selbstvertrauen: „Soll ich, darf ich, muss ich?“

Erfreulich war auf jeden Fall die Leistung von Nathan Gibbs, der ja als Letzter erst vor drei Wochen zum VfL gekommen war. Am Freitag beim Abschluss-Training noch verunsichert ob seiner Rolle unter dem Korb – „Eigentlich bin ich ein Schütze…“ – lieferte er genau diese Mischung aus Inside- und Outside-Game ab, die sich der Coach wünscht. Alle anderen zeigten sicher nicht die Leistungen, die sie von sich selbst erwarten. Da ist auf jeden Fall noch ganz viel Luft nach oben, individuell und im Team sowieso.

Deshalb kann man verhalten optimistisch in die Zukunft schauen. Nächsten Sonntag kommt die BG Remseck 2 nach Kirchheim. Der Landesliga-Vizemeister und Relegationssieger verlor sein erstes Spiel zu Hause gegen die starken Youngster der Tübinger Zweiten 47:70. ut

VfL: Auerbach, S.Bekteshi (11/3, 5 Fouls), Gibbs (24, 4 Fouls), Lawson (6, 5 Fouls), Morrow, Pascucci, A.Sengül (10, 5 Fouls), Shabani (19/3), Strickland (17/3, 4 Fouls), Wanzke.

BG: Bauer (8), Doukas (5), Geier (2), Hartmaier, Jesser (2), Konradi (29/4), Maric (8), Petricevic (11/1), Prahst (17/1), Schmid, Zeyrek (3/1).


Kukiqi setzt auf 17 und 4

Endlich geht es los! Am Samstagabend um Halbacht starten die VfL-Basketballer in der Sporthalle Stadtmitte gegen die BG Tamm/Bietigheim in ihr Oberliga-Abenteuer.

Die Bilanz liest sich schon beeindruckend: Seit Bekim Kukiqi vor der Saison 2014/15 die erste Mannschaft der VfL-Basketballer übernommen hat, wurden 20 Pflichtspiele bestritten – und alle gewonnen! 16 in der Liga, vier im Pokal. Absolut klar, wie also die Formel für das erste Spiel der neuen Saison lauten soll: 17 und 4! Und das wird kein Kartenspiel...

Spielt da der Gegner mit? In die Sporthalle Stadtmitte kommt um 19.30 Uhr die BG Tamm-Bietigheim, und Kirchheims Coach gibt zu: „Ich weiß fast nichts über diesen Gegner, außer, dass sie nicht groß investiert haben.“ Eines weiß er aber sehr sicher: „Die Zeit der leichten Siege wie in der Landesliga ist ein für allemal vorbei!“ Da wurden die 16 Spiele mit einem Durchschnittsergebnis von 92:62 gewonnen, jetzt muss das neue Team sich auf viele enge Spiele einstellen. Kukiqi: „Wir gehen davon aus, dass alle Spiele so umkämpft werden wie das Match gegen Eriskirch im Januar. Auf jeden Fall werden wir keinen Gegner unterschätzen!“

Damals sahen 250 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte zu Beginn der Rückrunde eine Begegnung, der alle Experten Oberliga-Format zubilligten – und am Ende landeten beide Mannschaften tatsächlich eine Etage höher.

Wie übrigens auch der erste Gegner! Mit einer nur geringfügig schlechteren Bilanz als der VfL, nämlich mit 21:1-Siegen, stürmte die BG Tamm/Bietigheim die Landesliga im Bezirk 3. Seit dem 83:91 in Schorndorf Mitte Oktober bleib die BG ungeschlagen, auch ihr Durchschnittsscore ist beeindruckend – 92:73.

Das Team ist, im Gegensatz zu dem des VfL, weitgehend zusammengeblieben. Kukiqis Defense sollte also ein Auge auf die Topscorer Sebastian Konradi (25,8 Punkte im Schnitt, zwei Dreier), Ivan Maric (23,1, 2,4) und den Ex-Kirchheimer Center und NBBL-Spieler für die BSG Ludwigsburg, Malte Prahst (13,8), haben. 

Und der VfL? Der versuchte in der letzten von sieben Vorbereitungswochen, die Wunden von der herben Testspielniederlage gegen Oberliga-Konkurrent TSG Reutlingen zu lecken und aus den Fehlern beim Turnier in Nellingen zu lernen. Kleinere Gesundheitsprobleme (Erkältung) meldeten Arber Shabani und Devontee Lawson an, die sollten aber bis zum Spiel behoben sein. Nicht dabei sein wird Center Michal Kucharski, der nicht im Training war.

Da gab es am Donnerstag übrigens noch einen kleinen Test gegen die Knights, um den Headcoach Michael Mai gebeten hatte, um einen neuen Spieler auszuprobieren. Und so schlecht stellten sich die Amateure gegen die Profis gar nicht an.

So viel ist sowieso klar: Bringt die neue Mannschaft des Oberliga-Aufsteigers ihr Talent nur ansatzweise aufs Feld, dürfte der 17. Ligaerfolg in Serie überhaupt kein Problem sein. So oder so dürfen sich die Zuschauer bei freiem Eintritt auf einen spektakulären Saisonauftakt freuen. Ob das nun die Dreier der Kirchheimer Kunstschützen werden oder der eine oder andere Slam-Dunk von Überflieger Lawson, für Entertainement dürfte die Kukiqi-Truppe allemal sorgen. Noch wichtiger werden natürlich die zwei Punkte auf der Habenseite sein – nicht nur, damit das mit dem 17 und 4 klappt… ut

VfL: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Pascucci, A.Sengül, E.Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke.


Oberliga-Truppe verpatzt die Generalprobe

Eine Woche vor dem Saisonauftakt in der Oberliga belegten die VfL-Basketballer Platz zwei beim Vorbereitungsturnier in Nellingen.

Talent bedeutet nicht automatisch auch Erfolg. Das musste das mit starken Spielern gespickte Team von Coach Bekim Kukiqi am vergangenen Samstag beim 1. Nellinger Supercup erfahren. Beim ersten Spiel am Morgen um elf deutete sich das schon an, als der Landesligist und Ausrichter gerade mal mit 89:70 geschlagen wurde. Trotz der über halbstündigen Verspätung durch den großen Stau auf der A8 war der VfL sehr gut ins Spiel gekommen, traf gut von der Dreierlinie – fünf Treffer im ersten Viertel – und ging 27:10 (9. Minute) in Führung. Das zweite Viertel war auch noch recht ordentlich, zur Pause stand es 50:33. Doch dann war der Korb wie vernagelt! Nur noch ein einziger Dreier fand sein Ziel, man schleppte sich zum 89:70, ohne die Spielfreude und Lockerheit wiederzufinden.

Im Finale am frühen Abend um halbsechs stand Oberliga-Konkurrent TSG Reutlingen auf der anderen Seite. Kirchheim startete wieder stark von draußen, die ersten zwölf Punkte zum 12:6 (4.) stammten allesamt von erfolgreichen Dreiern von Desmond Strickland (2), Arber Shabani und Nathan Gibbs, dem neuen Center. Das war’s dann aber auch schon wieder mit der Dreier-Herrlichkeit, in den restlichen 34 Minuten fand kein einziger der weiteren Weitwürfe sein Ziel – bei 22 Versuchen! Nach der 35:33-Pausenführung folgte ein echtes Katastrophen-Viertel, ein einziger von 14 Würfen aus dem Feld fand den Weg durch die Reuse, Reutlingen ging 51:40 in Führung.

Im Schlussviertel wurde die Sieben-Prozent-Quote (!) des dritten Abschnitts zwar übertroffen, aber mit fünf von 17 Treffern war Reutlingen, das im Gegensatz immer selbstbewusster wurde, natürlich nicht zu gefährden – das 54:77 war ein heftiger Schuss vor den Bug der mit viel Optimismus angereisten Kirchheimer. Viel Arbeit für das Kukiqi-Team, wollen die hochgesteckten Erwartungen erfüllt werden. ut

VfL: Auerbach (6/1 gegen Nellingen, 0 gegen Reutlingen), Bekteshi (2, 14), Gibbs (19, 14/1), Kraft, Kucharski (2, 2), Lawson (19/3, 2), Morrow (7/1, 5), A.Sengül (12, 4), E.Sengül, Shabani (5/1, 3/1), Strickland (17/2, 11/2), Wanzke.


Kukiqi freut sich über „missing link“

Mit zwei weiteren Neuzugängen ist die Kaderplanung des Oberliga-Aufsteigers VfL Kirchheim praktisch abgeschlossen. Coach Bekim Kukiqi zeigt sich zuversichtlich.

Plötzlich ging alles ganz schnell! Am vergangenen Dienstag tauchte Michal Kucharski (20) mit seinem Bruder Marcin in der Sporthalle Stadtmitte auf. Der 2,08 Meter große Center mit Heimatland Polen hatte in der vergangenen Saison bei Oberliga-Absteiger TS Göppingen gespielt und war auf der Suche nach einem neuen Verein. Kirchheims Trainer Bekim Kukiqi lud ihn zum Individual-Training, das Knights-Coach Michael Mai derzeit dreimal in der Woche zusammen mit ihm für die viel versprechendsten Talente des VfL-Basketball abhält, ein, und es dauerte nicht lange, bis die Experten sich einig waren. Kukiqi: „Ich bin sehr froh, mit Michal unsere Center-Position besetzen zu können. Er ist jung, talentiert und groß. Das ist genau der ,missing link’, das fehlende Glied, das uns noch gefehlt hat.“

Headcoach Bekim Kukiqi und Michal Kucharski freuen sich auf die Zusammenarbeit
Im Hintergrund beobachten Knights-Coach Michael Mai und Geschäftsführer Chris Schmidt die Szenerie

Seit dem Winter bastelt Kukiqi an einem Team, das im besten Falle gleich wieder ganz oben in der Oberliga mitspielen soll, bisher konnten vor allem starke Aufbauspieler und Flügel überzeugt werden, unter die Teck zu wechseln. Mit Kucharski ist nun auch der so dringend nötige neue „Big Man“ an Bord. Mit ihm und Akant Sengül (2,04 m) steht der VfL nun richtig gut da. ut

 

Kader 2015/16

Team 14/15

Shkelzen Bekteshi (24)

Akant Sengül (21)

Desmond Strickland (25)

Marco Wanzke (21)

 

Neuzugänge

Tim Auerbach (16, BSG Ludwigsburg)

Michal Kucharski (20, TS Göppingen)

Devontee Lawson (24, USA, FSJ)

Arber Shabani (25, SV Böblingen)

Raffaele Pascucci (22, SV Böblingen)

 

eigene Jugend

Steffen Mauch (Jg.96)

Tim Schmauder (Jg.98)

Turan Cal (Jg.99)

Max Hinitschew (Jg.99)


Tim Auerbach kommt zurück

Der Kader füllt sich! Dass es das Kirchheimer Eigengewächs Tim Auerbach war, das als Nächster beim Oberliga-Abenteuer dabei sein will, passt natürlich perfekt ins Konzept.

Tim Auerbach und VfL-Geschäftsführer Uli Tangl freuen sich

Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren im JBBL-Team der BSH Ludwigsburg kehrt der seit Januar 16-jährige Tim Auerbach zum VfL Kirchheim zurück und wird in der kommenden Saison das Oberligateam von Bekim Kukiqi verstärken. Der Coach, seit dem Wochenende übrigens zweifacher Vater, sieht das als echten Coup an: „Unser Ziel, wieder attraktiv für unsere besten Talente zu werden, ist damit schon erreicht. Tim hat das Potenzial, trotz seines Jugend bereits eine wichtige Rolle in unserer Mannschaft zu spielen.“

In der vergangenen Saison hat das Kirchheimer Eigengewächs, der 2007 mit acht Jahren seinen ersten Spielerpass für den VfL bekam, in der Oberliga für die 3. Mannschaft der BSG Ludwigsburg schon 13 Spiele bestritten und dabei Leistungen gezeigt, die für einen 15-Jährigen wirklich erstaunlich sind! Er war zweitbester Scorer seines Teams mit 143 Punkten (elf pro Spiel), bester Freiwerfer mit einer sensationellen Trefferquote von 87 %  und auch bester Dreierschütze mit 2,7 erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen pro Spiel. Dennoch stieg die BSG als Tabellenletzter ab.

Weit erfolgreicher war Tim deshalb in der Jugend-Basketball-Bundesliga JBBL, in der in seinem zweiten Jahr zu einem Führungsspieler eines extrem starken Teams wurde. Ungeschlagen in der Vorrunde, steht das Team seit Sonntag im Play-off-Viertelfinale (gegen Bayern München) und damit einen Schritt vor dem „Top-Four“ in Hagen. Scharfschütze Auerbach erzielte bei dieser Reise 221 Punkte in 15 Spielen (14,7/Spiel) und steigerte damit seinen Schnitt aus der Vorsaison (12,3). Mit 42 Prozent Wurfquote aus dem Feld traf er für einen Guard recht gut, 32 Prozent von der Dreierlinie sind ebenfalls überdurchschnittlich.

Auerbach, der vor zwei Jahren nach Ludwigsburg wechselte, um JBBL spielen zu können und im Basketball-Internat Schule und Sport perfekt zu verbinden, kehrt jetzt auch in die Realschule nach Kirchheim zurück. Ob er nebenher auch dem U18-Team helfen kann, in der Oberliga-Qualifikation zu bestehen, steht noch nicht fest. ut


Die ersten Weichen sind gestellt

Mit der Verpflichtung des Topscorers der Basketball-Oberliga, Arber Shabani vom SV Böblingen, und der Zusage der eigenen Schlüsselspieler hat Aufsteiger VfL Kirchheim bereits eine Woche nach Saisonschluss das Gerüst eines vielversprechenden Teams zusammen.

Eingefädelt hatte den Deal natürlich Coach Bekim Kukiqi. Der Albaner hatte bereits seit längerem ein Auge auf seinen Landsmann geworfen, nach der Meisterfeier am Sonntag vor einer Woche ging dann alles sehr schnell. Bereits am Dienstag brachte Kukiqi Shabani nach Kirchheim, im Dreiergespräch mit VfL-Geschäftsführer Uli Tangl wurden beim Mittagessen im „Antica Roma“ die Details geklärt.

Über Ostern besprach der 24-Jährige alles mit seinem Verein SV Böblingen, so dass das endgültige grüne Licht am gestrigen Ostermontag aufleuchtete.

Die Reaktion von Kukiqi: „Ich bin sehr glücklich, dass Arber sich dafür entschieden hat, zu uns zu wechseln. Es ist eine Verpflichtung, die uns helfen wird, unsere Ziele zu erreichen.“

Diese Einschätzung kann man sicherlich teilen! Shabani war in der vergangenen Saison mit 614 Punkten der Topscorer der Oberliga, nahm dabei an allen 22 Spielen teil – was einen Schnitt von fast 28 Punkten pro Spiel ergibt! Er war auch bester Dreierschütze der Oberliga mit 73 Treffern (3,3 pro Spiel) und Siebter bei der Freiwurfquote (137:176 = 77,8 %). Offensichtlich ist der 1,85 Meter große Guard im besten Basketball-Alter angekommen: In den letzten drei Jahren in Böblingen und zuvor beim Regionalligisten KKK Haiterbach hat er seine Zahlen stetig verbessert. Kukiqi: „Arber ist ein unglaublich vielseitiger Spieler mit einem hohen Basketball-IQ. Er macht auch die Spieler um ihn herum besser.“

Und wer ist das in der Saison 2014/15? Als Erster sagte Kapitän und Abteilungsleiter Dominik Eberle, gerade aus dem Amerika-Urlaub zurück, zu, doch noch ein Jährchen dranzuhängen. Mit Center Akant Sengül ist seit Mitte letzter Woche ebenfalls alles klar, die Zusage von Shkelzen Bekteshi ist nur noch Formsache, alles ist besprochen. Und das Paket für Desmond Strickland ist ebenfalls geschnürt. Er soll dem VfL nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer erhalten bleiben und gleichzeitig in der Ganztagesbetreuung an den Schulen als Übungsleiter eingesetzt werden, wo er in seiner bisherigen Funktion als FSJler so viel Begeisterung bei den Kids, aber auch bei den Verantwortlichen ausgelöst hat. Hier wird die Entscheidung, ob das alles so funktioniert, in den kommenden zwei Wochen fallen.

Mit diesen fünf Spielern würde das Gerüst stehen, das das Ziel von Kukiqi und der Basketball-Abteilung realistisch macht: Gleich nach dem Aufstieg ganz oben mitspielen! Die Richtung heißt tatsächlich Regionalliga Südwest Süd. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, können bald die ersten Testspiele vereinbart werden… ut


Auch Kukiqi fix

Coach Bekim Kukiqi und die VfL-Basketballer haben sich endgültig auf ein weiteres Jahr plus Option für das zweite geeinigt.

Dabei gibt der 33jährige Albaner den Nowitzki! Ähnlich wie der Superstar der Dallas Mavericks verzichtet er auf eine mögliche Gehaltserhöhung, um sein Team besser zu machen. Für die Neuverpflichtungen aus der Region fallen schließlich deutlich höhere Kosten an wie zuletzt in der Landesliga, dazu trägt Kukiqi nun einen kleinen Teil bei. Dafür hat sich der selbstbewusste Coach tatsächlich eine kleine Aufstiegsprämie in den Vertrag schreiben lassen – als Oberliga-Aufsteiger will Kukiqi gleich eins höher, in die 2. Regionalliga Süd. Auch dort wird der Kirchheimer Trainer höchstwahrscheinlich derselbe sein. Die Perspektive heißt ganz klar zwei Jahre, doch wegen des gar nicht einmal so unrealistischen möglichen nächsten Aufstiegs wurde dieses zweite Jahr noch nicht vertraglich fixiert. ut


 

 

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